Ich habe eine konkrete Frage aus aktuellem Anlass.
Im Moment ist das Thema häusliche Gewalt/psychische Gewalt (zum Glück!) in aller Munde und ich bin kürzlich immer wieder auf aktuelle Artikel zu dieser Thematik gestossen. Nun frage ich mich aus persönlichen Gründen, wie es um das Thema Kindeswohlgefährdung, hauptsächlich um psychische Gewalt an Kindern, steht. Dazu lese ich wenig…
Konkret: Meine Kinder leiden seit Jahren enorm unter ihrem Vater und dessen Partnerin. Das Scheidungsverfahren läuft seit mehr als 3 Jahren, für ein Kind wurde auf dessen Wunsch ein Kinderanwalt bestellt und es gibt für die Geschwister unterschiedliche Betreuungsregeln, worunter nun die jüngere der beiden (ohne Kinderanwalt, befindet sich in einem grossen Loyalitätskonflikt, frisst alles in sich rein) immer mehr leidet, weil sie sich allein gelassen fühlt. Der Vater will nach wie vor 50/50. Bisher wurde weder den Kindern, noch mir Glauben geschenkt, was die Erzählungen aus dem väterlichen Haushalt angeht.
Nun haben die Kinder in den Ferien eine 30-minütige Aufnahme gemacht, welche in aller Deutlichkeit (!) zeigt, wie sie von Vater und Partnerin (sie führt quasi die «Drecksarbeit» aus, weil sie selbst so um den Finger gewickelt wurde …) manipuliert und gegen mich aufgehetzt werden. Zudem gibt es explizite Warnungen davor, dem Richter etwas Falsches zu sagen und die Aufforderung zum Schweigen über solche Diskussionen:
«Mama wird vor dem Richter sagen, dass ich euch etwas gesagt habe, was ich nicht hätte sagen sollen»
«Auch bei einer Kindesanhörung, gell. Ich weiss nicht, was euch Mama alles erzählt hat. Das ist euer Herz, das spricht, und nicht Mama.»
«Weisst du, und die ganzen Gerichtsverhandlungen … Wir können das jetzt hier sagen: Da liegt so viel an eurer Mama, dass es nicht vorwärtsgeht.»
In unzähligen Mediations- und Beratungsstunden habe ich schon versucht, auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Am Schluss hat sich die Beraterin hinter den Vater gestellt und mir via Bericht an das Gericht Bindungsintoleranz unterstellt.
Nun habe ich diese Aufnahme und eine Transkription davon an meine Anwältin geschickt. Sie hat mir mitgeteilt, dass eine solche Aufnahme leider keine Relevanz in einem Scheidungsverfahren habe.
Mir ist bewusst, dass sich ein Richter, der sowieso zu viel Arbeit hat, nicht mit solchen Dingen befassen und sich eine 30-minütige Aufnahme anhören will. Aber ich frage mich wirklich, wer Kindern in einer solchen Situation helfen kann. Ich bin langsam mit meinem Latein am Ende und die Kinder leiden und leiden und leiden…
Hat jemand hier schon Erfahrungen in diese Richtung gemacht oder einen Tipp, wie hier vorzugehen ist?
Meine Tochter hat die Aufnahme an ihren Kinderanwalt geschickt, eine Antwort ist noch ausstehend. Aber wäre er hier zuständig?
Ist es «gefährlich» wenn ich mich an den Kinderanwalt wende und ihn um Rat frage?
Danke für Ratschläge, sollte es hier welche geben!


