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Sind getrennte Betten der Anfang vom Ende einer Partnerschaft?

Eveline möchte getrennte Betten, damit ihr Mann nicht immer vom Baby geweckt wird. Er ist empört über diese Idee. Ist es wirklich so, dass es der Beziehung schadet, wenn man nicht im selben Bett schläft? Psychotherapeutin Felizitas Ambauen hat Antworten.

Schaden getrennte Betten der Partnerschaft? mal ehrlich/getrennte-betten

Nach der Geburt unseres Kindes kam es zwischen mir und meinem Partner immer wieder zu Streitigkeiten wegen der Schlafsituation. Das Kind schläft bei uns im Zimmer und wenn es in der Nacht weint, wacht mein Partner meist auch auf – ziemlich schlecht gelaunt noch dazu.

Ich habe ihm deshalb vorgeschlagen, dass er für die nächsten Wochen ins Gästezimmer zieht, damit wir alle besser schlafen. Er war total empört und sagte, dann könnten wir uns ja gleich trennen. Und den Sex streichen.

Ist es wirklich so, dass es der Beziehung schadet oder gar in einer Trennung mündet, wenn man nicht im selben Bett schläft?

Eveline (34), verheiratet, 1 Kind (6 Monate)

***

Liebe Eveline

Das ist eine Frage, die mir in der Praxis oft gestellt wird. Offenbar seid ihr also nicht die einzigen, die sich fragen, ob alternative Schlafformen hilfreich sein könnten. Dein Vorschlag hört sich für mich sehr vernünftig an, vor allem, da zur Zeit ja der Schlaf von allen Beteiligten gestört ist.

Wichtig finde ich, dass man sich fragt, wie stark die Qualität der Beziehung tatsächlich vom Abstand eurer Körper während des Schlafes abhängt. Aus meiner Sicht nämlich kaum!

Vorübergehende getrennte Betten oder Zimmer können enorm entlastend sein.

Sie können die Spannung innerhalb der Beziehung massiv senken. Schlaf ist eine der wichtigsten Regulatoren, um energetisch in einem gesunden Bereich zu bleiben, und wenn er gestört ist, ist man gereizter, weniger tolerant gegenüber dem Partner und man denkt eingeengter (sogenannter Tunnelblick), da wenig Energie zur Verfügung steht und das Gehirn auf Notstrom arbeitet.

Deshalb ist für mich klar: Der Schlaf hat Vorrang!

Frag deinen Partner doch mal, was genau ihm Angst macht oder welche Befürchtungen er hat, wenn ihr getrennte Zimmer hättet. Und was ihr tun könntet, damit eure Beziehung trotzdem nicht an Qualität verliert – oder vielleicht sogar an Qualität gewinnt. Meist ist es so, dass nach einem offenen Gespräch schon viele Befürchtungen zerstreut sind.

Mein nächster Vorschlag: Probiert es doch einfach mal aus! Macht aus, eine Woche lang getrennte Betten zu testen. Sitzt danach wieder zusammen und zieht Bilanz. Was war gut? Was war unangenehm? Muss man etwas verändern? Wann sitzt man wieder zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen?

Übrigens: Die Geschichte mit dem fehlenden Sex bewahrheitet sich oft überhaupt nicht.

Jeder, der ein kleines Kind hat, weiss, dass man sich da sowieso gute Lösungen überlegen muss, da die üblichen Räume für Sex nicht mehr da sind. Und ob man dann wirklich am Mittwoch Abend um 23.30 Uhr noch Lust auf Sex hat, nur weil man im gleichen Bett liegt, lasse ich mal dahingestellt.

Besprecht doch auch gleich, wo ihr im Moment am besten Zeit findet für Sex. Ist es am Wochenende? Während des Mittagsschlafes des Kindes? Wenn das Kleine bei der Schwiegermutter ist?

Ich erinnere mich an eine Klientin, die sagte: «Ich liebe es, am Morgen neben meinem Mann aufzuwachen. Aber in der Nacht liebe ich es mehr, zu schlafen, als ihn schnarchen zu hören.»

Dieses Paar hat sich langfristig für zwei Zimmer entschieden und lebt gut damit. Am Wochenende schlüpft sie bei ihm unter die Decke und manchmal fragt er sie, ob er abends noch vorbeikommen darf.

Man wird nicht wach gehalten, weil der Partner noch liest und wacht nicht auf, wenn der Wecker des anderen früher losgeht als der eigene. Beide erleben es als anregend und entlastend zugleich.

Es gibt bei dieser Frage kein Richtig und Falsch.

Aber definitiv kann ich sagen, dass sich die Qualität der Beziehung oder deren Gelingen nicht daran entscheidet, ob ein Paar im selben Bett oder Zimmer schläft.

Lieben Gruss,

Feli

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Autorin

Felizitas Ambauen ist Psycho- und Paartherapeutin und Mutter einer Tochter. Gemeinsam mit ihrem Partner hat sie ein Workshop-Konzept entwickelt für Paare, die an ihrer Beziehung wachsen möchten – den Paarcours. In ihrem Podcast Beziehungskosmos bespricht sie mit Journalistin Sabine Meyer die brennendsten Paarthemen. Den Beziehungskosmos gibt es auch als Buch. Wer mehr erfahren möchte, findet sie auf Facebook und Instagram. Alles über ihre Arbeit gibt es hier: www.ambauen-psychologie.com.

Informationen zum Beitrag

Dieser Beitrag erschien erstmals am 20. Oktober 2019 bei Any Working Mom, auf www.anyworkingmom.com. Seit März 2024 heissen wir mal ehrlich und sind auf www.mal-ehrlich.ch zu finden.


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