«Ich habe mich nach drei Geburten heimlich unterbinden lassen»
Der Mann unserer Autorin wollte so gerne ein viertes Kind. Doch sie wusste, sie schafft das nicht noch einmal. Also hat sie hinter seinem Rücken dafür gesorgt, dass sie nicht mehr schwanger werden kann.

Mein Kopf ist voll, und ich fühle mich schwer. Mein Mann ist gerade draussen mit den Kindern, und ich höre sie lachen. Ich sollte glücklich sein, oder?
Aber ich bin es nicht. Und ich fühle mich doch nicht schwer, sondern einfach nur leer.
Ich bin schon lange erschöpft
Wir haben drei Kinder. Drei wunderbare, lebhafte, manchmal anstrengende Kinder. Und ich liebe sie, wirklich, ich liebe sie so sehr. Aber ich kann nicht mehr. Mein Körper kann nicht mehr, mein Kopf kann nicht mehr. Es ist, als hätte ich kein bisschen von mir selbst mehr übrig.
Er sagt das so fröhlich, so voller Begeisterung. Und ich sitze neben ihm und kriege kaum Luft.
Mein Mann redet ständig davon, dass er noch ein Kind möchte. «Ein viertes Kind wäre doch schön, oder? Vielleicht noch ein Junge!» Er sagt das so fröhlich, so voller Begeisterung. Und ich sitze neben ihm und kriege kaum Luft.
Ich hab’s ihm gesagt, wirklich. Ich habe versucht, ihm zu erklären, wie ich mich fühle. Ich habe offen darüber gesprochen, dass ich einfach nicht mehr schwanger sein will, nicht noch mal gebären und für ein Baby sorgen will.
Aber er versteht es nicht. Vielleicht will er es auch nicht verstehen.
Ich habe heimlich diese Türe für immer verschlossen
Ich habe keiner Menschenseele davon erzählt. Auch nicht meinem Mann. Ich war bei meiner Frauenärztin und hab mir die Eileiter durchtrennen lassen.
Heimlich.
Meine Erleichterung war gross. Mindestens so gross war aber auch mein schlechtes Gewissen.
Es war ein kleiner Eingriff, nichts Grosses, aber für mich war es ein Riesenschritt. Meine Erleichterung war gross. Mindestens so gross war aber auch mein schlechtes Gewissen.
Mein Mann weiss von nichts, und das macht mir Angst. Ich weiss nicht, wie er reagieren würde, wenn er dahinter käme.
Aber ich konnte nicht anders.
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Ich wusste einfach: Solange noch der winzige Hauch einer Chance besteht, würde mein Mann weiter insistieren und ich würde irgendwann nachgeben. Er würde mich überzeugen, und dann wäre ich wieder da, in dieser Endlosschleife von Schwangerschaft, Stillen, schlaflosen Nächten und bleischwerer Erschöpfung.
Ich würde mich noch mehr verlieren, als ich es jetzt schon habe.
Ich wollte keine Geheimnisse haben
Ich fühle mich mies, das muss ich ehrlich sagen. Ich liebe ihn, und ich will eigentlich keine Geheimnisse vor ihm haben. Aber was soll ich tun? Soll ich einfach mein eigenes Leben und meine Gesundheit aufs Spiel setzen, nur damit er glücklich ist?
Im Moment weiss ich nur, dass ich diese Entscheidung für mich treffen musste. Für mich und auch ein bisschen für die Kinder.
Vielleicht erzähle ich ihm eines Tages davon. Vielleicht auch nicht. Keine Ahnung.
Im Moment weiss ich nur, dass ich diese Entscheidung für mich treffen musste. Für mich und auch ein bisschen für die Kinder. Weil sie eine Mama brauchen und verdienen, die sich noch spürt und die genügend Kraft hat, um sie im Alltag zu begleiten.
Manchmal frage ich mich, ob ich egoistisch bin.
Aber dann denke ich: Wenn ich nicht auf mich aufpasse, wer tut es dann?
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Veröffentlicht am 5. Januar 2026
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