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Männer, wollt Ihr neue Väter sein?

Männer – Ihr wollt neue Väter sein. Aber wollt Ihr wirklich aus einem inneren Bedürfnis heraus, oder weil wir es von Euch erwarten?

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Maenner wollt ihr neue Vaeter sein? fragt Anyworkingmom
Maenner wollt ihr neue Vaeter sein? fragt Anyworkingmom.com

Liebe Männer – ich schreibe bewusst nicht Väter, denn es wird auch Männer geben, die es noch nicht sind und sich trotzdem mit der Frage auseinandersetzen – liebe Männer, wollt Ihr?

Wirklich?

Nein, ich möchte mit diesem Text niemanden angreifen. Auch niemanden provozieren, obwohl, doch – eine Diskussion wäre mir recht. Grundsätzlich möchte ich einfach mal fragen. Und ehrliche Antworten erhalten, auch wenn diese mir womöglich nicht gefallen werden.

Männer, wollt Ihr wirklich „neue“ Väter sein oder werden?

Oder habt Ihr das Gefühl, es wollen zu müssen? Uns zuliebe? Der Gesellschaft wegen?

Wollt Ihr mehr Zeit mit Euren Kindern verbringen, auch wenn das – realistisch gesehen – leider immer noch bedeutet, dass Ihr beruflich zurückstecken müsst?

Seid Ihr Euch bewusst, dass in diese Zeit auch (und vor allem) die unangenehmen Seiten des Elternseins gehören, die keinen Spass machen: Trotzanfälle aushalten, Nein sagen zum 715ten Mal, aufräumen wie Sysiphos?

Wollt Ihr Euch auf Eure Kinder ein- und den Job beiseite lassen? Das Handy weglegen? Auch wenn das manchmal langweilig ist?

 

Sind das Dinge, die Ihr wirklich wollt, aus einem inneren Bedürfnis – oder drängen wir Euch dazu?

Ich frage, denn ich bin verunsichert. Es gibt natürlich welche unter Euch, die all dies bereits tun (und finanziell können – das ist natürlich Voraussetzung) oder es vorhaben.

Ich weiss nur nicht, ob sie es alle auch gerne tun. Wie der Mann meiner Kollegin I., der nach drei Jahren mässig motiviert durchgeführten Daddy-Days zugab: „Keine Lust mehr. Das ist nichts für mich.“

Ein Frust für I. Aber immerhin ehrlich.

Wenn aber die Antwort ‚Ja‘ ist, wenn Ihr wirklich wollt, dann verstehe ich eines nicht: Warum kämpft Ihr nicht dafür? Warum setzt Ihr Euch nicht durch? Warum akzeptieren so viele von Euch, dass „es in diesem Job halt einfach nicht geht“? Warum habt Ihr Euch nicht stärker gegen einen lächerlichen Vaterschaftsurlaub von einem Tag gewehrt, bevor dieser auf zwei Wochen erhöht wurde?

Maenner wollt ihr neue Vaeter sein? fragt Anyworkingmom

Ja, mir ist durchaus bewusst, dass hier den Männern noch ein steiniger Weg bevorsteht. Auch wir Mütter und werdenden Mütter stehen (immer) noch am Anfang und kämpfen für Teilzeitstellen und bezahlbare Kinderbetreuung – immerhin werden wir nicht mehr belächelt, wenn wir sie einfordern, aber immer noch benachteiligt. Ich weiss, und es ist erwiesen, bei Euch ist das nicht anders, sondern schlimmer. Die Betreuungsarbeit, Care-Work, hat in der Männerwelt noch den kleineren Stellenwert, und zu sagen: „Ich bin für meine Kinder da“ erhält leider – für uns alle nicht – die Anerkennung, die es sollte.

Aber trotzdem: wenn Ihr es doch wollt?

Wie setzt Ihr Euch dafür ein?

Für die meisten Frauen ist klar, dass wir mit dem Mutterwerden einen neuen Job übernehmen wollen, einen, der uns fordern wird wie keiner zuvor, aber auch eine Herausforderung, vor der wir uns nicht scheuen. Wir setzen klare Prioritäten, oder versuchen es zumindest, für die ersten paar Jahre. Wir mussten leider schon feststellen: Man kann nicht alles haben. Aber wir wollen selber bestimmen, worauf wir verzichten. Wir reduzieren unser Pensum oder machen uns selbständig (in der nie sterbenden Hoffnung, dass auch die Wirtschaft irgendwann einsehen wird, dass auch Kaderfunktionen im Jobsharing zu bewältigen sind und 80 Prozent genau so gut wie 100 Prozent).

Als Beispiel meine Freundin P., die beruflich erfolgreichste Frau, die ich kenne. Spezialistin in einer Consulting Firma, wurde sie angefragt, Partnerin zu werden. Sie sagte mit Pokerface: „Ja, ich will – ABER“ und verlangte eine Teilzeitlösung, würde sie Mutter werden. Sie schuf damit einen Präzedenzfall – noch nie hatte jemand sich erlaubt, solche Konditionen zu diktieren. P. blieb hart: Sie wollte, ja, aber nur unter dieser Bedingung. Sonst würde sie kündigen.
Ein halbes Jahr später wurde sie Partnerin. Ein Jahr später Mutter.

Warum höre ich solche Geschichten oft von Frauen, aber kaum von Männern? Was hält Euch davon ab, Euer Recht nach engagierter, präsenter Vaterschaft einzufordern? Habt Ihr das Gefühl, dass man Euch nicht mehr ernst nehmen, oder sogar ersetzen würde? Ich traue Euch mehr Selbstbewusstsein zu. Hat Euch die Tante vom HR eingeredet, dass die Einbusse bei 80% sich nicht lohnt (finanziell hat sie recht, aber sonst)? Erreicht Ihr in fünf Tagen wirklich mehr als in vier konzentrierten?

Oder fragt Ihr vielleicht nicht danach, weil es konfliktfreier ist, uns zu sagen „es geht nicht“, als „ich möchte nicht“?

Ich sehe, es ist doch eine Provokation geworden. Ich weiss, dieser Text wird vielen sauer aufstossen – aber nochmals: Es ist eine ernst gemeinte Frage, auf die ich gerne Antworten hören würde. Und eine, die sich viele von Euch vielleicht noch gar nie so ehrlich gestellt haben:

Männer, wollt Ihr neue Väter sein? Oder ist es eigentlich ganz gut so, wie es ist?

Ich bin gespannt.

Autorin

Andrea Jansen hat 2016 Any Working Mom gegründet und lange als CEO geführt. Bei mal ehrlich ist sie für Strategie und Business Development verantwortlich. Sie reist gerne durch das Leben und um die Welt, versucht, weniger zu micromanagen und mehr zu schlafen. Sie ist Unternehmerin, Stiftungsrätin, Journalistin und Mutter von drei Kindern. Seit mindestens drei Jahren will sie ihre Website updaten und kommt nicht dazu – bis dahin findet man sie auf Insta als jansenontour.

Informationen zum Beitrag

Dieser Beitrag erschien erstmals am 11. August 2016 bei Any Working Mom, auf www.anyworkingmom.com. Seit März 2024 heissen wir mal ehrlich und sind auf www.mal-ehrlich.ch zu finden.


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32 Antworten

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  1. Avatar von Chriss
    Chriss

    Ich bin ein „neuer“ Vater… Obwohl ich den Ausdruck auch nicht mag…
    Meine Frau Arbeitet 100% in 4 Tagen in einer Kaderposition und ich im Moment 20%. In die Rolle als stay at home dad von drei Jungs (6, 5, 3.5) misste ich mich erst ein wenig gewöhne . Und ja, es gibt Tage an denen ich am liebsten alles an den Nagel hängen und wieder mehr Arbeiten gehen würde. Aber es gibt unzählige Momente bei dehnen ich merke, dass ich bei meinen Jungs einen Unterschied machen kann. Führe ich den Haushalt und die Erziehung wie meine Frau? Nein! Ich durfte einige Dinge von ihr abschauen und lernen aber mache ganz vieles einfach auf Meine Art…
    Und das ist gut so!
    Die Frage zurück ist nun:
    Seit ihr Mütter bereit eure Vorstellungen und Erwartungen loszulassen? Nur so können wir die Väter werden die wir sein wollen.
    Vielen dank für deinen Beitrag!

    1. Avatar von Andrea Jansen
      Andrea Jansen

      Lieber Chriss, was für eine gute und wichtige Frage. Meine persönlich Antwort ist: Ja. Aber ich gebe auch offen zu: es ist nicht einfach. Und ich denke auch, dass man sich weniger über den Weg dahin, aber über den Outcome einig sein sollte. Und dann den anderen einfach machen lässt.

      Danke für Deine Anregung!

  2. Avatar von Lorenz
    Lorenz

    Wir arbeiten beide je 80 Prozent. Für mich war das branchenbedingt einfacher als für meine Frau. Ich arbeite gerne und viel, genauso gerne verbringe ich Zeit mit unserer Tochter (4). Aber es wird einem erst als Eltern klar, wie sehr die Gesellschaft darauf eingerichtet ist, dass jemand jeweils zu Hause ist. Sprich: gesamthaft nicht mehr als 100 Prozent gearbeitet wird. Wir bekommen dank Jobprofilen mit viel Flexibilität und Hilfe aus der Familie gut hin. Aber ich denke immer wieder, wie schwierig das für Alleinerziehende ist oder Eltern, die keine Hilfe rundherum haben (und sich Krippe, Betreuung, Haushalthilfe o.ä. nicht leisten können)

    So hat das traditionelle Rollenbild viel mit Bequemlichkeit zu tun. Es ist einfacher, wenn jemand 100 Prozent arbeitet, jemand immer zu Hause ist. Auch 50 % und 50 % ist schon viel komplizierter, weil ja dann zwei Arbeitsplätze gut aufeinander abgestimmt werden müssen.

  3. Avatar von Dennis
    Dennis

    Nein ich will,bestimmt kein neuer Vater werden. Meine Handyzeit beträgt im Monat vielleicht 10 Minuten. Ich arbeite 100% und meine Frau genießt auf eigenen Wunsch das Modell der klassischen Hausfrau. Zeit für die Kinder gibt es bei einer 40 Stunden Woche doch mehr als genug. Richtig, Handy aus, weniger vor dem TV sitzen und schon hat man Zeit. Verzicht? Warum? Das Haus ist nun ab bezahlt und man kann auch sorgenfrei in die Zukunft schauen. Auf Hobbys muss man ebenfalls nicht verzichten. Man stelle sich vor: man kann sich sogar mit seinem Nachwuchs Hobbys teilen. Mein Sohn bastelt mit Leidenschaft. Dinge die leider immer mehr verloren gehen. Und Zeit alleine macht auch ein Kind nicht glücklich. Auf meine Frage “was hast du heute mit Mama gemacht?” kam letztens “nichts, Mama kann ja nix”.

    1. Avatar von Andrea Jansen
      Andrea Jansen

      …und Du hast darauf geantwortet….?

  4. Avatar von Mark
    Mark

    Nein ich will kein Vater werden und habe mich verantwortungsvoll wie ich bin, vasektomieren lassen. Die Verhütung für den Mann.

    Ps.: Selbstverständlich wissen meine Freundinnen nichts davon. 😉

  5. Avatar von Lothar
    Lothar

    Um auf die Frage direkt zu antworten: NEIN!

    1. Avatar von Andrea Jansen
      Andrea Jansen

      Haha, grossartig. Eine Ausführung wäre aber durchaus interessant!

      1. Avatar von Lothar
        Lothar

        Weil für mich nur eine konservative Rollenaufteilung in Frage kommt. Seit einiger Zeit habe ich auch jedes Interesse an einer ernsthaften Partnerschaft, von Ehe ist da keine Rede, verloren.
        Diese Ruhe und dieser Seelenfrieden ist einfach himmlisch.

        Dann wären da noch einige abschreckende Beispiele aus meinem Freundeskreis. Das würde aber den Rahmen hier sprengen.

  6. Avatar von Mark
    Mark

    Ich bin auch Vater.
    Seit wir Kinder haben, habe ich meinen gut bezahlten Job an einer Privatschule mit Tagesbetreuung aufgegeben, da ich nicht das Haus verlassen wollte, bevor meine Kinder wach sind – und erst dann zurückkehren, wenn sie schon fast im Bett sind.
    Ich arbeite nun 100% im Mediensektor im Schichtbetrieb, verdiene zwar einiges weniger, kann aber immerhin zumeist halbtags für meine Kinder da sein. Für mich heisst das, dass ich meine Hobbies komplett aufgegeben habe und privat auf vieles verzichte. Gleiches gilt für meine Frau, die Vollzeitmami sein will – und auch ist. Wir können so sehr viel Zeit mit unseren Kindern verbringen, was uns sehr gefällt. Erziehung, Kinderzeit, In-der-Nacht-aufstehen und das Haushalten teilen wir uns.
    Grosse Investitionen liegen so zwar nicht mehr drin, wir wohnen in einer überschaubaren 3.5Zi-Mietwohnung – und auch Ferien machen wir keine mehr. Dennoch denken wir, dass dies der richtige Weg für uns als Eltern ist.
    Leider gilt dies nicht für die Mehrheit der heutigen Gesellschaft… verzichten und zugunsten jemand anderes zurückzuschrauben passt nicht mit den (eher urbanen) egozentrischen ‘Me First’-Tendenzen zusammen. Was leider sehr schade für die nächste Generation ist…
    Ich bin Alleinverdiener einer 4-köpfigen Familie, arbeite zu 100% – verbringe die restliche Zeit mit meiner Familie und bin zufrieden damit. Ich glaube, der ‘Trick’ dabei ist einfach, dass Mann sich selber nicht allzu wichtig nehmen – und erst mal die eigenen ‘Zeitfresser’ (Hobbies, Ausgang, etc.) aus dem Weg schaffen muss.

    1. Avatar von Andrea
      Andrea

      Lieber Mark, sehr interessant, merci viel Mal. Ich glaube, ein gewisser Verzicht gehört immer dazu – für mich käme es aber nie in Frage, mich meiner Familie komplett unterzuordnen – ich denke, das ist eine Persönlichkeitsfrage. Ich gehöre aber durchaus zur urbanen, eher egozentrischen Gruppe 😉 Vielen Dank für eine Einsicht in Dein Leben und ich hoffe, Du gönnst Dir auch mal ab und zu ein wohlverdientes Fyrabebier!

  7. Avatar von Danielle
    Danielle

    Ich habe das Glück, einen “neuen Mann” zu haben. Er arbeitet 70%, ich 50%. Er hat sogar eine noch höhere Kaderposition ausgeschlagen, weil er da 100% (oder 130%) hätte arbeiten müssen und er dies nicht wollte mit zwei kleinen Kindern (4 und 1.5) – und ich auch dagegen war, weil dann Haushalt und Kinder ganz bei mir gewesen wären. Im September habe ich soeben während vier Tagen eine Weiterbildung besucht und für ihn war es selbstverständlich, die Kinder in dieser Zeit zu betreuen, zu kochen, waschen etc.

  8. Avatar von Mama mal 2 1/2
    Mama mal 2 1/2

    Ich glaube, darauf kann man genauso wenig pauschal antworten wie auf die Frage, ob eine Mutter gerne Mutter ist oder ganz heimlich Richtung #regrettingmotherhood tendiert, es aber nicht zeigt weil die Gesellschaft es so nicht will…
    Also kann ich nur für meinen Mann sprechen und muss mich dann wieder fragen, was denn einen “neuen Vater” ausmacht. Wenn meine Antwort darauf ist, dass er sich mit den Kindern auseinandersetzen, für sie da sein will, egal wenn es nur sehr wenige Stunden innerhalb eines Arbeitstages ist (dafür dann meist das ganze Wochenende weil er sich aus diesem Grund keine Ich-Zeiten gönnt oder keine will), dann muss ich bejahen. Er hat Windeln gewechselt, sie getragen, er kocht für die Kinder, er spielt mit ihnen. Früher war das undenkbar? In dem Sinne muss er sich auch nicht für irgendwas einsetzen, denn er tut ja, was er kann um seinem Beruf UND der Familie gerecht zu werden. Er hat viel mehr zu jonglieren und verarbeiten als ich, die mehrheitlich zuhause bei den Kindern sein kann. Ihm ist aber auch bewusst, so viel bekommt er ja trotzdem mit, was für eine Riesen-Herausforderung es ist, mit Kleinkindern durch den Tag zu kommen. Trotzanfälle, Geschwisterstreit etc. Das bleibt ja am Wochenende nicht aussen vor… 😉
    Was ich sagen will, ist, dass dies doch recht individuell ist. Ich kenne Väter, die gerne zuhause bleiben und eine Weile Hausmann und Papa in Voll- oder Teilzeit sind. Ich bewundere das, ich finde es ganz toll, v.a. für die Kinder und die Mutter, auch wenn ich insgeheim am Testosteron-Spiegel des betreffenden Mannes zweifle weil ich eben meinen Mann nie in der Rolle sähe (und er sich auch nicht, ihm würden 100 angenehmere Dinge einfallen), aber das ist wohl ein Vorurteil 😉 Ich kenne Männer, die noch weniger in die Hand nehmen als meiner, die z.B. kategorisch keine Windeln wechseln. Wie armselig ist das denn!? Oder Männer, die in ihrer Freizeit v.a. unterwegs sind statt zuhause bei der Familie. Da tut mir dann die Frau auch leid, egal, ob sie arbeitet oder den ganzen Tag zuhause war.
    Ja, und so gibt es eben Männer, die “neue Väter” sein wollen und solche, die es nicht mal versuchen. Aber ich schätze, diejenigen, die wirklich nicht viel mit ihren Kindern zu tun haben wollen, sind in einer deutlichen Minderheit.

    1. Avatar von Andrea
      Andrea

      Das glaube ich auch, dass das sehr individuell ist. Es geht aber nicht um die Frage, ob Väter wenig mit ihren Kindern zu tun haben wollen – das bezweifle ich auch. Aber die Elternrolle aktiv und auch unter der Woche wahrzunehmen, ist die Definition der “neuen Männer” und ein Ideal, das viele angehende Väter heute haben (oder es zumindest sagen). Mich interessiert genau diese individuelle Meinung, verschiedene Aussagen und Ansichten. Und zwar von jenen, die behaupten es zu wollen, dann aber sagen, “es gehe nicht”. Bei mir geht es auch, und auch ich jongliere Familie und Beruf. Mal besser, mal weniger gut.

      1. Avatar von Mama mal 2 1/2
        Mama mal 2 1/2

        Ich denke, wenn ein Vater das wirklich will, dann kann er es auch schaffen. Meiner Meinung nach haben die meisten (ja, ich kenne auch solche) entweder nicht den Mut, sich in ihrem Job zu äussern, den Chef um flexiblere Arbeitszeiten, Teilzeit- oder Heimarbeit zu bitten (obwohl dies heutzutage meistens kein Problem mehr sein sollte) oder sie wollen es nicht wirklich, dass es nicht geht ist dann eher eine Schutzbehauptung 😉
        Und ja, “gehen” tut viel, aber wie Du sagst ist es ein “Jonglieren”, was nicht optimal ist. Und es sind ja nicht nur die Bälle “Familie” und “Beruf”. Du jonglierst noch viel mehr, du hast ja auch noch Dich selber, Eure Ehe und vielleicht den Haushalt (es sei denn Ihr verdient genug für eine Putzelfe und um öfter mal auswärts speisen zu können 😉 … je mehr Bälle, desto schwieriger, irgendeiner fällt halt mal runter… einfacher wird es, wenn die Kinder mal in Kindergarten und Schule stecken und man in der Zeit arbeiten kann. Aber auch dann wird es immer wieder Situationen wie Schulferien und Krankheit geben, wo das Gefüge erschüttert wird. Ausser wenn bei Euch der jeweils andere Partner zuhause ist, während der eine arbeitet, das weiss ich jetzt nicht, aber da Du von “Jonglieren” sprachst, nehme ich an, dass es nicht so ist… 😉 Aber wie schon gesagt: was man wirklich will, geht meist auch irgendwie, wenn auch mit Einbussen, die man dann eben in Kauf nehmen muss…

  9. Avatar von Res
    Res

    Liebe Andrea

    2 Jungs (5 und 2). Mutter 20%, Vater 90% Pensum (in 4 Tagen). Vaterschaftsurlaub? 1 Tag. Krippe? Früher 1 Tag, heute gar nicht mehr. Finanzielle Einbussen? Na klar! Überlange Arbeitstage? Na klar! Eine tolle Beziehung und jede Menge Spass mit den Kids? Aber sowas von!

    Wie kam es dazu? Keine Unterstützung aus der Grossfamilie, überlange Wartelisten in der Krippe!

    Passt das so? Besser könnte es nicht sein!!! Arbeiten können wir sicher noch genug im Leben. Die Kids werden aber nicht immer klein bleiben.

    1. Avatar von Andrea
      Andrea

      Lieber Res, vielen Dank für’s Teilen Eures Familienmodells! Wie sehen es Deine Kollegen, Dein Umfeld – leben sie auch so oder eher klassisch?

      1. Avatar von Res
        Res

        Liebe Andrea

        Viele arbeiten teilzeit und die Grosseltern unterstützen oder die Kids sind in der Krippe.

        Bei wenigen arbeitet nur der Mann.

        Jemanden mit unserem Familienmodell kennen wir nicht, da sind wir wohl Exoten. Aber für uns pasdt das.

  10. Avatar von Robert Fischer
    Robert Fischer

    Die meisten Männer gehen halt nicht so emotional an die Geschichte heran, sondern entscheiden tatsächlich rational. Wenn der Mann mehr verdient, ist es für ihn einfach selbstverständlich, dass er weiter Geld ins Haus bringt.
    Hand aufs Herz liebe Damen. Es würde doch auch nicht klappen, wenn der Mann dann auch nur noch 50% verdient, die Kohle knapp wird und man sich nicht mehr die teuere Maxi-Cosi leisten kann. Dann fangen die Diskussionen im Haushalt und in der Erziehung an.

    Na klar gibt es auch den umgekehrten Fall, dass die Frau mehr verdient. Ich weiß nicht, wie andere Männer das sehen. Aber ich würde dann tatsächlich mehr von daheim arbeiten, damit die Frau, wenn sie will, arbeiten gehen kann. Dass sich aber eine Frau einen gesellschaftlich schlechter gestellten Mann sucht (und das entscheidet sich nun hauptsächlich übers Einkommen) ist jedoch auch selten.

    Und so toll Kinder auch sind, Erziehung ist jetzt auch nicht so ein Hexenwerk, dass beide Elternteile Vollzeit zu Hause bleiben müssen. Schöne Momente mit seinen Kindern kann man auch erleben, wenn man sie nicht 24/7 sieht.

    1. Avatar von Andrea
      Andrea

      Lieber Robert, vielen Dank für Deine Antwort. Dass beide Elternteile zu Hause sind, davon spricht ja eigentlich auch keiner (und das kann sich jetzt wohl auch wirklich niemand leisten). Deine Beispiele sind etwas extrem gewählt – ich kenne niemanden, der das so lebt. Es geht doch mehr um die Frage: Was bringt mehr Wert – 20% mehr Lohn oder 20% mehr Zeit (allein) mit den Kindern? Wahrscheinlich ist es schlussendlich auch eine Typfrage.

    2. Avatar von Vera
      Vera

      Lieber Robert
      Mit Hand auf dem Herz – mein Partner und ich teilen uns alles zu 50% – Haushalt, Erziehung, usw. Er arbeitet sogar etwas weniger als ich (dieses Jahr) und trotzdem leben wir gut. Finanziell also alles im grünen Bereich. Natürlich auch danke einigermassen gut bezahlten Jobs.
      Kommt aber halt darauf an, welche Ansprüche man hat. Wir brauchen z.B. keinen neuen Maxicosi… einen von Tutti.ch tu’s auch…
      Wir haben zwei Kids (3 und 1 1/2 Jahre) und teilen uns die Betreuung 50% – er schaut zu den Kids, wenn ich arbeite und umgekehrt. Geld für die Betreuung muss auch kein’s bezahlt werden. Grosseltern schauen sehr gerne, da sie nicht permanent eingespannt sind.
      Das beste daran aber ist, dass beide “beide” Seiten sehen; also aus der Perspektive “arbeitend” und “zu Hause arbeitend” 🙂 so hat niemand das Gefühl, er habe mehr gearbeitet… kann ich nur empfehlen!!!!

      1. Avatar von Larissa Pagotto
        Larissa Pagotto

        Danke vielmals für diesen positiven Beitrag. Ich bin froh, dass es auch Paare gibt, die es so machen und es klappt..
        Man wird echt oft entmutigt. Ich werde bald Mami, jeder von uns arbeitet 60%! Das war übrigens auch der grosse Wunsch meines Partners..

        1. Avatar von Andrea
          Andrea

          Liebe Vera, alles Gute wünsche ich Euch! Und super, dass ihr schon so viel vorher geklärt habt – das bringt so viel, ihr werdet sehen.

    3. Avatar von wahre Werte
      wahre Werte

      Totaler Quatsch, lieber Robert. Du bedienst Klichees…Wahrscheinlich gibt es Frauen, die sehr materiell unterwegs sind. Aber wie es so ist mit allen Pauschalisierungen: die Welt ist nicht schwarz-weiss. Ich kenne keine Zahlen, aber ich kann Dir sagen, dass ich viele Frauen / Mütter kenne, die mit einem gebrauchten Maxi-Cosi sehr happy sind und das sogar bewusst wählen, z.B. aus Umweltbewusstsein. Dass der Mann die Frau vorallem mit Kohle glücklich machen kann ist wohl eines der grössten Missverständnisse und Verzerrungen (durch ständig bediente Stereotypen) unserer Zeit. Ich persönlich finde, Männer, die toll mit Kindern können, haben das grösste Sexappeal.

    1. Avatar von Andrea
      Andrea

      😉 Danke, Reto. Und viel Erfolg für’s nächste Gespräch!

  11. Avatar von Stefan
    Stefan

    JA, ich will. Nein, noch besser. Ich BIN ein “neuer” Vater.
    Auch wenn ich mich nicht so bezeichnen würde. Ich bin Vater. Das reicht. Und meine Frau ist Mutter. Zusammen sind wir Eltern und das ist ein fifty-fifty Job. Genauso wie der Haushalt und alles sonstige, was so den lieben langen Tag anfällt.
    Wir hatten das Glück, dass wir es uns wie gewünscht einrichten konnten. Beruflich und mit der Krippe. So arbeitet meine Frau 60% und ich selber 80%. Meine Frau übrigens in einer Kaderfunktion. Es geht also. Aber wir haben auch ziemlich direkt gefragt, dass wir das unbedingt so wollen. Das ist das Wunschmodell unserer kleinen Familie. “Es geht nicht” war keine Option. “Wir wollen” war unser Motto. Zum Glück hat dann auch alles super geklappt.
    Ich als Papi möchte unser Männertag mit meinem zweijährigen Sohn nicht mehr missen. Ich allein verantwortlich für Kind aber auch Haus und Garten. Unbezahlbar. Auch nicht zu vergleichen mit den freien Tagen an einem Wochenende. Es ist anders.
    Klar, muss es finanziell aufgehen. Aber in die Rechnung muss man auch den Wert der Mami- und Papi-Tage mit einbeziehen. Dieser Wert ist um einiges höher als so mancher Franken.
    Auch haben wir ein sehr ausgeglichenes Mami-Kind-Papi-Verhältnis. Liegt ja aber vielleicht auch daran, dass wir den tollsten Sohn haben 🙂 aber das haben ja alle. Und das ist auch gut so.

    Liebe Grüsse,
    Stefan

    ach ja: toller Beitrag!

    1. Avatar von Andrea
      Andrea

      Lieber Stefan, cool, toll, wow, Deine Frau in einer Kaderfunktion, Du zufrieden – freut mich mega, dass Das bei Euch so gut klappt. Vielen Dank für Deinen Input.