Nach der Geburt vom «Dorf» getragen
Die ersten drei Wochen mit Baby hat unsere Autorin umringt von Urgrossmutter, Cousine und Onkel im Haus ihrer Eltern verbracht. Was in ihrer westafrikanischen Kultur üblich ist, erlebt sie hier als Privileg.

Ich liege mit meinem wenige Stunden alten Baby auf dem Arm zu Hause im Bett. Das Warten hat ein Ende. Die Welt hat sich verschoben. Ich bin Mutter geworden. Die Ärzt:innen hatten ein früheres Datum angesetzt, aber ich war überzeugt, dass unser kleines Wesen auf den Vollmond warten würde. Und genau so kam es auch.
Ich hatte das unglaubliche Privileg, genau so zu gebären, wie ich es mir vorgestellt, vorbereitet und von Herzen gewünscht hatte: Nach 20 Stunden voller Bewegung, Atmen und Hingabe an diese intensive und zutiefst natürliche Erfahrung – ganz ohne medizinische Eingriffe – wurde unser Baby geboren, mit dem Blick zu den Sternen gerichtet.
In vielen westafrikanischen Kulturen – wie auch in meiner – ist es selbstverständlich, dass eine frisch gebackene Mutter nicht allein bleibt.
Und während ich all das Glück, die Erschöpfung und das Staunen kaum in Worte fassen kann, wurde mir eines besonders klar: Ich möchte dieses Kind nicht im klassischen Kleinfamilienraum willkommen heissen.
In vielen westafrikanischen Kulturen – wie auch in meiner – ist es selbstverständlich, dass eine frisch gebackene Mutter nicht allein bleibt. Es ist normal, dass sie morgens ihr Kind stillt, ohne die Augen zu öffnen, während alle anderen sich um den Rest kümmern.
Eine «dada vɔ̃» – eine Neu-Mama – wird getragen
Dass warmes Essen, oft Kochbananen, bereitsteht. Dass Porridge den ganzen Tag verfügbar ist. Dass eine «dada vɔ̃» – eine Neu-Mama – getragen wird. Die Aussprache dieses Wortes verlangt Ehrfurcht, Mitgefühl und Respekt für die Kraft, die es bedeutet, Leben zu gebären.
Deshalb haben auch wir uns entschieden, ganz früh nach der Geburt drei Wochen bei meiner Familie in Willisau zu verbringen. Und was passiert ist, war wunderschön: Alle waren da – waren angereist – vom Urgrossmami bis zu Cousinen, Onkeln, Tanten, Nachbarinnen.
Wie es bei uns so ist, schliefen wir im Massenschlaflager, schlüpften morgens zueinander ins Bett, die Jungen erzählten vom Ausgang, und ich davon, wie oft ich das Baby gestillt hatte. Das Baby wanderte von einem Arm zum nächsten, ich wurde bekocht, gehalten, umsorgt.
Wir schauten uns alte Familienfotos an, machten ein neues – ein Viergenerationenbild. Es wurde viel gequatscht, gelacht, ausgetauscht. Für mich war es das schönste Ankommen in meiner neuen Rolle.
Das Thema beschäftigt unsere Community:

Abstillen – ja – nein – vielleicht ?!
Oder stell deine eigene Frage.
Und gleichzeitig weiss ich, wie wenig Raum es dafür in den westlichen Strukturen gibt. In der westlichen Kleinfamilie ist Elternschaft oft sehr einsam. Die Arbeit, die in Ghana selbstverständlich auf viele Schultern verteilt wird, fällt hier allein auf die Kernfamilie zurück. Der Druck, gleichzeitig Elternteil, Lehrperson, Köchin, Putzkraft, Psychologin und Berufstätige zu sein, ist enorm.
Weltweit leisten Frauen 76 Prozent der unbezahlten Care-Arbeit. Allein 2019 wurde diese Arbeit laut Oxfam mit 10,8 Billionen Dollar bewertet – ein Reichtum, der nie ausgezahlt wird. Ich frage mich: Wie haben westliche Mütter das all die Jahre geschafft? Wie haben sie funktioniert, ohne zusammenzubrechen?
Ich hatte das Privileg (im Wissen und Respekt davor, dass sich das nicht alle so wünschen), nur ganz kurz ins Geburtshaus zu gehen und sonst die Geburt zu Hause zu erleben – begleitet von meinem Partner, der mich getragen hat, durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.
Auch mich wird der kapitalistische Alltag schneller einholen, als mir lieb ist.
Doch ich weiss, dass dieses Privileg nicht allen zusteht. Und ich sehe, wie sehr unsere Systeme auf Vereinzelung, Leistung, Selbstoptimierung setzen – statt auf Verbundenheit, Fürsorge und geteilte Verantwortung.
Jetzt sitze ich hier in Paris auf dem Bett und denke unausgeschlafen darüber nach, wie ich aufräumen, frühstücken, schreiben, waschen soll – während mein Partner unserem Baby bei einem Morgenspaziergang sein zweites Zuhause zeigt. Auch mich wird der kapitalistische Alltag schneller einholen, als mir lieb ist.
It takes a village to raise a child. Und es braucht Strukturen, die dieses Dorf wieder möglich machen – für alle.
Mehr als ein Stuhl: ein Platz fürs Leben
Weil den meisten von uns Eltern leider kein Dorf zur Verfügung steht, ist es umso wichtiger, im Alltag auf zuverlässige Begleiter zählen zu können – nicht nur für mehr Funktionalität, sondern auch für mehr Wärme und Geborgenheit. Zum Beispiel von Stokke.
Der Tripp Trapp Hochstuhl bringt Kinder seit über 50 Jahren ab ihrem ersten Tag an den Familientisch und begleitet sie oft ein Leben lang. Er wächst mit und passt sich jeder Lebensphase vom Neugeborenen bis ins Erwachsenenalter an, so dass sie stets auf Augenhöhe am Familienleben teilnehmen – beim Essen, beim Lachen und beim Geschichtenerzählen. In einer Welt, in der Eltern vieles allein stemmen, schafft er einen Ort, an dem Gemeinschaft ganz selbstverständlich entsteht.
Hergestellt aus hochwertigem Holz und durchdacht designt, steht der Tripp Trapp für Nachhaltigkeit, Qualität und zeitlose Ästhetik. Er ist mehr als ein Stuhl – er ist ein Stück Familiengeschichte, ein Platz in deinem Dorf, der Generationen verbindet.
Informationen zum Beitrag
Veröffentlicht am 1. September 2025.
Dieser Beitrag ist Teil einer Kooperation mit Stokke. Das bedeutet: Der Artikel wurde unabhängig verfasst. Stokke bezahlt für die Bewerbung ihrer Produkte und die Verlinkung.
1x pro Woche persönlich und kompakt im mal ehrlich Mail.
