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Neurodermitis bei Kindern – Symptome, Ursachen, Behandlung

Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die sich durch trockene, juckende und entzündete Hautstellen zeigt. Sie tritt häufig bereits im Säuglingsalter auf und verläuft in Schüben.

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Von Sandra Trupo

Unglücklich wirkendes Kleinkind kratzt sich am Rücken, Vater untersucht die Stelle. Wie erkennt und behandelt man Neurodermitis bei Kindern?

Wie erkennt man Neurodermitis?

Die Symptome von Neurodermitis, auch als atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem bekannt, können von Kind zu Kind variieren. Zu den häufigsten Anzeichen gehören trockene, schuppige Haut, rote und entzündete Stellen, starker Juckreiz, nässende Hautstellen, Bläschen-, Knötchen- oder Krustenbildung.

Im Säuglingsalter sind hauptsächlich die Wangen, die Kopfhaut, der Oberkörper, die Hände und die Aussenseiten von Armen und Beinen betroffen. Auch der sogenannte Milchschorf (weiss-gelbliche Krusten auf der Kopfhaut, jedoch nicht zu verwechseln mit dem harmlosen Kopfgneis) kann eine frühe Form von Neurodermitis sein.

Bei Kleinkindern treten die Ekzeme vorwiegend im Gesicht, an Hals und Nacken, in den Kniekehlen und Ellenbeugen auf. Es gibt unterschiedlich lange Pausen zwischen den Schüben, und die einzelnen Schübe können verschieden ausgeprägt und unterschiedlich lange andauernd sein.

Die chronische Hauterkrankung kann das Leben von betroffenen Kindern und ihren Familien stark beeinträchtigen, da die Symptome nicht nur körperlich, sondern auch emotional belastend sein können (Lies hier einen Erfahrungsbericht von einer betroffenen Familie). Ein Neurodermitis-Schub kann nebst dem physischen Unwohlsein auch Schlafstörungen, Reizbarkeit und ein vermindertes Selbstwertgefühl hervorrufen.

Neurodermitis ist nicht ansteckend. Gemäss aha! Allergiezentrum Schweiz sind in der Schweiz rund 20 Prozent der Kinder von einem atopischen Ekzem betroffen. Bei Erwachsenen geht man von 4 bis 5 Prozent aus. In 85 Prozent der Fälle treten die Symptome in den ersten fünf Lebensjahren auf.

Neurodermitis lässt sich nicht durch einen Labortest, sondern nur anhand der typischen Symptome und einer allfälligen erblichen Vorbelastung bestätigen. Jedoch können andere Hauterkrankungen, wie etwa Psoriasis (Schuppenflechte), teilweise ähnliche Symptome hervorrufen. Für eine genaue Diagnose sind deshalb ausführliche Abklärungen bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen nötig.

Ursachen von Neurodermitis

Die genauen Ursachen von Neurodermitis sind (noch) nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, immunologischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Kinder, deren Eltern oder Geschwister an Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien leiden, haben ein erhöhtes Risiko, selbst an Neurodermitis zu erkranken.

Bei einer Neurodermitis-Erkrankung ist die Hautbarriere gestört und die Zusammensetzung der Haut verändert. Als Folge der gestörten Hautbarriere ist die Haut sehr trocken und empfindlich. Fremdstoffe gelangen ungehindert in den Körper und können eine Entzündungsreaktion auslösen. Faktoren wie das Wetter, chemische Reize durch Körperpflegeprodukte, aber auch psychischer Stress können einen Einfluss auf den Zustand der Haut haben.

Wie wird Neurodermitis behandelt?

Die Behandlung von Neurodermitis zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Hautbarriere zu stärken und Schübe zu verhindern. Dazu ist es wichtig, dass die Eltern von Kindern mit Neurodermitis eng mit einer Dermatologin, einem Dermatologen zusammenarbeiten, um einen individuellen Behandlungsplan zu entwickeln. Nebst der medizinischen Behandlung ist auch eine emotionale Unterstützung wichtig.

Die Grundlage der Behandlung ist die Basispflege, welche die Haut mit Fett und Feuchtigkeit versorgen. Verschlechtert sich der Hautzustand trotz guter Basispflege, ist eine zusätzliche antientzündliche Therapie nötig, oft in Form von kortisonhaltigen Cremen oder Salben.

Der starke Juckreiz sollte bestmöglich gelindert werden, da Kratzen die Haut zusätzlich schädigt und das Jucken verschlimmert – ein Teufelskreis. Gegen das Jucken helfen Salben, kühlende Umschläge und das Tragen von atmungsaktiver Kleidung aus hautfreundlichen Materialien.

Um Schübe zu verhindern, wird auf bekannte Auslöser wie bestimmte Nahrungsmittel oder allergene Stoffe verzichtet.

Ist Neurodermitis heilbar?

Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung und derzeit nicht komplett heilbar. Bei richtiger Behandlung und Pflege können die Symptome jedoch im Laufe der Zeit abklingen oder sich verbessern. Das gilt vor allem für Betroffene, die schon in den ersten zwölf Lebensmonaten erkrankt sind. Rund 60 Prozent der an Neurodermitis leidenden Kinder haben bis zum frühen Erwachsenenalter keine Symptome mehr.

Bei erblich vorbelasteten Säuglingen wird während der ersten vier bis sechs Monaten ausschliessliches Stillen oder die Ernährung mit hypoallergene Säuglingsnahrung empfohlen, um der Entwicklung einer häufig auftretenden oder schweren Form der Neurodermitis entgegenzuwirken.

Disclaimer: Dieser Text dient lediglich zur Orientierung und ersetzt nicht die medizinische Beurteilung einer Fachperson.

Porträtfoto von Sandra Trupo-Kuhn - Redaktion mal ehrlich AG - www.mal-ehrlich.ch

Autorin

Als freie Journalistin schreibt Sandra Trupo-Kuhn (Jg. 1984) über all das, wofür ihr Herz schlägt, vom Muttersein über Inklusion bis zum Regionalfussball – am liebsten mitten in der Nacht. Sie lebt als «Huhn im Korb» mit ihrem Mann, drei Söhnen (geboren 2012, 2014 und 2017) und einem Kater im Zürcher Unterland, schwankt täglich zwischen Chaos und Perfektionismus und ist immer für absurde Abenteuer zu haben. Sandra ist seit 2019 Teil unserer Redaktion.

Informationen zum Beitrag

Dieser Beitrag erschien erstmals am 9. August 2023 bei Any Working Mom, auf www.anyworkingmom.com. Seit März 2024 heissen wir mal ehrlich und sind auf www.mal-ehrlich.ch zu finden.


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