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Sorry not sorry – ich bin zwar keine Mutter, aber Deine Freundin

Hör endlich auf, Dich dafür zu entschuldigen, dass Du mir von Deinen Kindern erzählst! Jrene Rolli über die Bedeutung von Freundschaft und Mangos für 16 f***ing Stutz.

Text: Jrene Rolli

Der Brief der kinderlosen Freundin an die Mutter - mal ehrlich

Würde ich ein Bullshit-Bingo für kinderlose Freundinnen von Mamis erstellen, der Satz «Sorry, jetzt erzähle ich schon wieder von den Kindern» dürfte keinesfalls fehlen. Statt meine Zeit in ein lustiges Bingospiel zu investieren, nehme ich sie mir, um dir zu sagen:

Entschuldige dich deswegen nicht immer!

Du bist meine Freundin.

Das bist du, weil ich dich als als Mensch mit all deinen Rollen schätze und mag. Ich habe ein ehrliches Interesse daran, wie es dir geht, was dich beschäftigt und was es Neues gibt in deinem Leben. Wenn ich mich mit dir treffe, dann will ich all das von dir erfahren. Und ja, das will ich auch, wenn all diese Faktoren seit Kurzem stark von einem kleinen neuen Menschen beeinflusst werden.

Der Brief der kinderlosen Freundin an die Mutter
Wir können über alles reden. Auch über die Schnuddernase vom Fritzli. Bild: Unsplash.

Als kinderlose Frau kann ich weder mit eigenen Erfahrungen als Mutter kontern, noch weiss ich, ab welchem Alter diese kleinen Wunder krabbeln, laufen oder Brei essen. Ebenso wenig kann ich jedoch mit deinem Fachwissen aus deinem Job mithalten oder weiss, wie deine Schwiegermutter tickt.

Trotzdem spreche ich gerne mit dir über diese Themen. Nicht nur, weil ich deine Freundin bin, sondern weil der Mensch grundsätzlich ein neugieriges Wesen ist und gerne dazulernt.

Alles eine Frage der Balance

Es gibt Phasen im Leben, die stark von einem Ereignis geprägt sind. Da war zum Beispiel dieser Typ an der Uni: Nachdem wir wochenlang gemeinsam zig Pläne geschmiedet haben, wie aus deiner nicht enden wollenden Schwärmerei endlich ein Date wird, hast du hoffnungslos jede Chance vergeben. Meine Nerven! Trotzdem hab ich dir weiterhin zugehört und dich unterstützt.

Nie käme ich auf die Idee, von «Geben und Nehmen» zu sprechen, wenn es um Freundschaft geht. Wer das macht, darf gerne die Redezeit stoppen oder darauf warten, bis die Freundin zum Kafi einlädt, weil «sie das nächste Mal an der Reihe ist». Für mich beruht Freundschaft auf einem nicht messbaren Verhältnis aus Zuneigung, Vertrauen, Unterstützung und gegenseitiger Wertschätzung.

Der Brief der kinderlosen Freundin an die Mutter
Kein Geben und Nehmen: Freundschaft. Foto: Pixabay.

Es geht um eine Balance, die stimmig ist. So dass bei all der Erzählerei über deine Kinder oder der Schwärmerei für den neuen Typen eben auch noch Platz bleibt, um zu bemerken, dass es mir vielleicht gerade nicht so gut geht und ich auch Bedürfnisse habe.

Themawechsel bitte!

Wenn du erzählst, wie knapp euer Haushaltsbudget mit Kind ist und mich danach fragst, wie mein Wochenende war, dann prahle ich garantiert nicht mit dem viel zu teuren Einkauf im Globus Delicatessa und der Mango für fucking crazy 16 Stutz.

Genauso wenig, wie du mir vor die Nase hältst, was ich als kinderlose Frau alles verpasse. Lieber teile ich die Freude mit dir, wenn eure ersten Familienferien ein Highlight waren, der Kleine das erste Mal deinen Namen sagt und dir sein Lachen jeden Tag so unglaublich viel zurückgibt.

via GIPHY

Was die eine von uns hat und die andere nicht, das muss für keine von uns beiden ein Verlust sein.

Dich in dieser neuen Rolle als Mutter zu erleben, ist auch für mich neu. Darum ist es naheliegend, dass bei unseren Gesprächen die ersten Fragen darauf abzielen. Das Kinderthema spreche also auch ich selber ganz oft an, selbst dann, wenn du vielleicht gerne mal über etwas anderes diskutieren möchtest.

Es liegt an uns beiden, dass wir unsere Freundschaft mit all ihren Facetten pflegen und jenen Themen Platz geben, die dich und mich beschäftigen.

Du bist mir wichtig, und was Dir wichtig ist, soll es für mich auch sein. 

Ebenfalls über Freundschaften: Best Friends Lost and Found oder Girlstrip nach NYC – Ein Wochenende zum Copypasten.

Autorin

Jrene Rolli schreibt, rennt und tut, was sie glücklich macht. Nachdem 2017 ihr Freundeskreis mit den Neugeborenen Nick, Felix, Jack, Julie, Mila, Jeanne, Jonas, Cem und Nico drastisch gewachsen ist, beschäftigen sie Kinderthemen primär als gute Freundin der Eltern. Zudem scheitert sie als Gotti von Emma und Fabio mindestens zweimal jährlich beim Einpacken von Geschenken. Gäbe es Tippspiele für Babynamen, sie wäre Profi.

Informationen zum Beitrag

Dieser Beitrag erschien erstmals am 26. Februar 2018 bei Any Working Mom, auf www.anyworkingmom.com. Seit März 2024 heissen wir mal ehrlich und sind auf www.mal-ehrlich.ch zu finden.


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6 Antworten

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  1. Avatar von Mariela
    Mariela

    Oh jö, so härzig. Isch mr gd es Tränli usegrütscht.

  2. Avatar von Sabine
    Sabine

    Wunderbare Worte, das berührt mich ehrlich!

  3. Avatar von Anna
    Anna

    Eine schöne Ode an die Freundschaft und endlich mal ein ausgewogener Text welcher nicht versucht die Schubladen zu füllen! Danke dafür.

  4. Avatar von Laura
    Laura

    So ein schöner Artikel! Meist gibt es ja eher die andere Sichtweise der Mama-Freundin 🙂 Lieben Dank!

  5. Avatar von Nicole mit Mila & Julie 😊
    Nicole mit Mila & Julie 😊

    Sooo viu schöni Wort. Dankä Liebs für dini Fründschaft.

  6. Avatar von Burci
    Burci

    ❤️❤️ wunderbar geschrieben and so true !