Hallo zusammen
ich brauche Rat bezüglich unserer Partnerschaft. Mein Mann trägt offenbar einen schweren Rucksack mit sich herum, über den ich nur teilweise Bescheid weiss. Er ist sehr unsicher, flüchtet grundsätzlich vor Gefühlen und möchte auch nicht wirklich darüber sprechen. Das konnte ich lange akzeptieren. In den letzten zwei Jahren musste ich jedoch feststellen, dass er mir gegenüber nicht ehrlich war. Er hat mich nicht betrogen, aber viel Geld in Drogen investiert und mich diesbezüglich sehr massiv belogen – sogar noch, als ich längst Hinweise hatte. Insgesamt ist er zweimal rückfällig geworden, ich habe ihm also schon dreimal geglaubt, dass er sich bessert. Seit rund sechs Monaten scheint er tatsächlich clean zu sein, und dafür bin ich dankbar.
Unsere Partnerschaft hat darunter allerdings stark gelitten. Er ist generell ein Mensch, der Dinge lieber gar nicht angeht aus Angst vor „Strafen“, Kritik oder Versagen, statt es wenigstens zu versuchen. Dadurch bleibt sehr viel an mir hängen. Gefühle kann er schlecht aushalten oder einordnen, weshalb er mit unserem gefühlsstarken Kind grosse Mühe hat. Am Ende bin meist ich es, die die emotionale Regulation übernimmt, für unser Kind, aber ehrlich gesagt auch für ihn.
Ich fühle mich weder wertgeschätzt noch unterstützt, sondern oft, als wäre ich alleinerziehend mit zwei Kindern. Das zeigt sich auch deutlich in unserer Paarbeziehung: Ich finde ihn mittlerweile kaum noch anziehend, Sex haben wir vielleicht einmal im Jahr. Es fühlt sich eher wie eine Wohngemeinschaft an als wie eine Partnerschaft.
Die Kommunikation ist sehr schwierig. Seit den Drogenvorfällen habe ich das Gefühl, ihn mit Samthandschuhen anfassen zu müssen, weil er sich sofort angegriffen fühlt. Ein echtes Gespräch über unsere Beziehung ist praktisch unmöglich. Er findet, es laufe „besser als auch schon“, und scheint gar nicht sehen zu wollen, was alles nicht gut läuft, wobei er sich gleichzeitig regelmässig über den fehlenden Sex beklagt.
Ich würde unsere Beziehung sehr gern wieder auf Spur bringen, weil mir viel an ihm liegt. Gleichzeitig habe ich immer öfter das Gefühl, dass er keinen wirklichen Veränderungsbedarf sieht. Für ihn ist die Situation bequem, und die Last liegt grösstenteils bei mir.
Nun meine Frage an euch:
Was würdet ihr in meiner Situation tun?
Dranbleiben und hoffen, dass er irgendwann doch bereit ist hinzuschauen?
Oder die Konsequenz daraus ziehen und über eine Trennung nachdenken?
Ich bin dankbar für eure Perspektiven und Erfahrungen.


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