Ich muss etwas ausholen:
Schon mit 1 hat unser Sohn (heute fast 4) angefangen, sich beim Stuhlgang zu verstecken. Wir haben dann sanft versucht ihn auf die Toilette oder das Häfi zu lotsen, aber die Abwehr war stark, und wir habens dann wieder sein lassen. Wickeln nach dem Stuhlgang ist, je nach Verfassung, manchmal kein Problem und manchmal ein riesen Kampf.
Er hat ein grosses Schamgefühl (Baden nur mit Shirt, Blütlen geht gar nicht z.Bsp), bei dem wir uns oft fragen, woher das kommt, denn wir sind in diesen Themen eher offen (offene WC-Türen, korrekte Bezeichnung der Geschlechtsteile, Fragen werden altersgerecht korrekt beantwortet etc.)
In vielen anderen Bereichen (Sprache, Konzentration) ist er sehr reif.
Mühsam wurde es nach dem Abstillen mit 2: Seither gibt es Tage, da muss er bis zu 5 mal, immer nur kleine Mengen, bis dann endlich etwas kommt. Es gibt aber auch Tage, da füllt er einmal die Windeln und dann passts.
Wir versuchen mit den Windeln so wenig Druck wie möglich auszuüben, oft gelingts, manchmal aber auch nicht.
Unsere Kinderärztin hat uns daraufhin ein Abführmittel verschrieben. Sie meinte, es gäbe viele Kinder, die das nehmen, manche über ein ganzes Jahr. Mit dem Abführmittel habe ich Mühe, sowohl in der Praxis als auch in der Theorie.
In der Praxis ist es schwierig, das Pulver zu verabreichen, weil er selten sein Glas leer trinkt oder sein Joghurt fertig isst.
In der Theorie frag’ ich mich, ob es denn sein kann, dass ich einem gesunden Kind Abführmittel geben muss, damit ein natürlicher Prozess funktionieren kann. Bis jetzt habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Entwicklung natürlicher Vorgänge (Schlaf, Essen) am leichtesten gehen, wenn man es einfach geschehen lässt. Er isst so ausgewogen wie ein Vierjähriger das eben tut und trinkt genug, wenn wir ihn ab und zu daran erinnern.
Unser zweiter Sohn (2) habe ich auch vor kurzem abgestillt und seither hat auch er Mühe. Auch für ihn hat uns die Kinderärztin Abführmittel mitgegeben.
Ich möchte so schnell wie möglich vom Abführmittel wegkommen und habe schon folgendes probiert:
1. Einfach die Windel weglassen, damit er besser spürt, was passiert. Hat 20 Minuten funktioniert und als dann das erste Bisi kam, war er entsetzt. Seither reagiert er panisch auf Unterhosen…
2. Ihn bestärken, sich selber an- und abzuziehen, damit es nicht am Hosenknopf scheitert und er merkt, dass er selbständig aufs WC kann. Selber machen ist ihm immer sehr wichtig, und ich hatte die These, dass es ein Problem ist, dass er immer Hilfe braucht. Das Anziehen funktioniert seither prima, aber auf die Windelsituation hat’s keine Auswirkung.
3. Aktuell sind wir dran, nach jedem Essen aufs WC zu gehen. Das klappt manchmal. Manchmal gibts aber auch Drama und ich frage mich dann, ob es richtig ist, Druck zu machen. Laut Remo Largo hat Töpfchentraining ja keinerlei Einfluss aufs trocken werden. Es geht mir vor allem drum, ihm die Angst vor dem WC zu nehmen und ihm zu zeigen, dass das ein ganz angenehmer Ort ist.
Hat sonst noch jemand ähnliche Erfahrungen, evtl. auch mit Abführmittel? Woher kommt das starke Schamgefühl bei so kleine Kindern? Wie kann ich ihn stärken und ihm das nötige Vertrauen geben? Und wie mach ichs bei unserem zweiten Bub besser?



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