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Vor 3 Monaten

Expert:innenantwort

Hochbegabung und ADHS: Kann das eine das andere verschleiern?

Hallo zusammen! Wir haben mit unserem 8-jährigen Sohn kürzlich eine entwicklungspädiatrische Abklärung durchlaufen in einer spezialisierten Praxis. Wir wollten herausfinden, ob wir mit unserem Verdacht – ADHS, allenfalls auch Autismusspektrum – richtig liegen.
Dazu muss ich sagen, dass unser Sohn in der Schule (3. Kl.) bisher kaum Probleme hatte, er hat eine sehr verständnisvolle und empathische Lehrerin, der zwar gewisse Besonderheiten aufgefallen sind, die das aber gut auffangen konnten. Die Schwierigkeiten beschränkten sich auf Zuhause, wo er mit vielen Routineabläufen sehr Mühe hat (Morgen-/Abendritual, Hausaufgaben), wie auch mit Essen (er hat nur wenige «safe foods»), Konzentration ganz generell, Zuhören (oft scheint er in irgendeiner Traumwelt zu sein, wenn wir versuchen, mit ihm zu sprechen) und ganz besonders mit unerwarteten Abläufen und Planänderungen. Ich habe uns und ihn im Podcast, Artikel und Buch von Markus Tschannen hier bei mal ehrlich sehr wiedererkannt.
Der Leidensdruck ist also vor allem zu Hause gross, bei ihm und bei uns. In der Schule funktioniert er, aber danach scheint er keine Energie mehr zu haben, um sich zu regulieren. Wir wollten frühzeitig handeln, weil wir wussten, dass sich die gute Situation in der Schule nächsten Sommer mit einem Lehrerwechsel und höherem Tempo und Anforderungen ändern könnte.
Nun, die Abklärung hat keine eindeutige ADHS-Diagnose ergeben. Dafür sei unser Sohn laut Ärztin viel zu konzentriert gewesen bei sämtlichen Tests, auch den sehr langweiligen. Auch Autismus konnte nicht klar diagnostiziert werden. Die Ärztin sprach lediglich von «autistischen Zügen».
Dafür kam heraus, dass er in vielen Bereichen hochbegabt ist, vor allem in der Sprachverarbeitung und bei der visuell-räumlichen Verarbeitung. Mühe hat er dagegen beim Lesen/Schreiben («relative Lese-Rechtschreibschwäche») und in der Fein- und Grafomotorik. Die Ärztin meinte, viele seiner Schwierigkeiten zu Hause kämen vielleicht von dieser grossen Diskrepanz zwischen den Bereichen.
Ich war bei den Tests ebenfalls im Raum, weil unser Sohn nicht alleine bleiben wollte, und ja, ich habe das auch so wahrgenommen, dass er sehr konzentriert bei der Sache war. Gleichzeitig wie wild mit seinen Fingern, Füssen, Zähnen am «arbeiten»/herumnifeln und danach total k.o. Ich habe das Gefühl, dass er einfach sehr motiviert war, bei den Tests gut abzuschneiden und ihm die Konzentration und der Fokus darum leichter fielen als bei Tätigkeiten, die ihn nicht motivieren/herausfordern.
Ich bleibe etwas ratlos zurück, weil ich nach wie vor sehr viele ADHS-Symptome sehe und mich frage, ob die Hochbegabung ein ADHS auch verschleiern könnte. Im Sinne von: Er ist intelligent genug, sein AHDS zu kaschieren, eine begrenzte Zeit «im Zaum zu halten». Es gelingt ihm, sich zeitweise zu konzentrierten, wenn es von ihm verlangt wird und er einen Sinn darin sieht (in der Schule, bei den Tests), aber nullkommagarnicht zu Hause, wenn er sich anziehen oder seine Zähne putzen sollte.
Das war jetzt viel Text 🙈 Es würde mich sehr wunder nehmen, ob jemand hier ähnliche Erfahrungen hat, vielleicht mit einer Doppeldiagnose ADHS/Hochbegabung oder auch nur mit Hochbegabung. Denn auch dort sind wir noch etwas «lost», wie es jetzt weitergehen soll, welche Massnahmen wir oder die Schule ergreifen sollen und wie wir das unserem Sohn kindgerecht vermitteln können. Danke für euer Lesen. Ich freue mich, von anderen Erfahrungen zu hören.

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