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Wie macht Sex wieder Spass?

Schöner Sex ist kein Zufall – sondern möglich für alle! Sexologin Dania Schiftan erklärt Schritt für Schritt, wie das geht.

Eine Person leckt die eigene Schulter ab, schwarz-weiss-Bild Schöner Sex ist kein Zufall - mit Tipps von der Expertin macht Sex wieder Spass.

Eine schöne Sexualität ist unabhängig von der persönlichen Situation, dem Lebensalter oder auch der Länge der Beziehung. Sex, der Lust auf mehr davon macht, ist nichts, was einem zufällig zuteil wird oder eben nicht. Toller Sex hat auch wenig mit dem “Können” des Sexualpartners oder der Sexualpartnerin zu tun.

Genauso wenig ist er von Hormonen abhängig. Klar, Hormone können vorübergehend wie ein Adapter zwischen zwei (oder mehr) Menschen wirken und vor allem in der Phase der Verliebtheit ziemlich viel Lust und Erregung hervorkitzeln. Aber wenn die Botenstoffe nach einer Weile wieder abflauen – und das werden sie unweigerlich tun –  bedeutet das nicht, dass der gemeinsame Sex einen unvermeidlichen Weg in die Langeweile angetreten hat. 

Wäre das so, wäre toller Sex nur frisch Verliebten vorbehalten. Aber das ist Quatsch!

Schluss mit der Selbstlimitierung

Viele Menschen denken, sexuelles Erleben sei kaum beeinflussbar. Weil sie es nicht als etwas Gelerntes empfinden, kommt ihnen auch nicht in den Sinn, dass sie auf diesem Gebiet dazulernen könnten.

Die meisten von uns beschränken sich beim Sex und insbesondere bei der Selbstbefriedigung auf etwas, was bisher gut funktioniert hat.

Durch das Verharren beim Immergleichen limitiert man sich auf bestimmte Körperregionen und Arten der Stimulation.

Viele Männer rubbeln zum Beispiel mit der Hand ihren Penis auf die immer gleiche Weise. Frauen massieren häufig die Region um den Klitoriskopf, drücken sich gegen eine Unterlage oder benutzen einen Vibrator.

So ähnlich wie trainierte Muskeln stärker werden, prägen sich durch sexuelle Gewohnheiten spezifische Erregungsmuster aus. Die berücksichtigten Regionen reagieren auf Berührung intensiv, andere kaum.

Hat der Penisrubbler von vorhin nun Sex mit einer Frau, die bei der Selbstbefriedigung immer nur dann kommt, wenn die Klitoriskopfumgebung stimuliert wird, kann es sein, dass ihm der gewohnte Druck und ihr die gewohnte Massage fehlt.

Manchmal verändert sich auch der Körper, bei Frauen zum Beispiel durch Schwangerschaft und Geburt. Plötzlich scheint irgendetwas “kaputt” zu sein und das, was bisher zuverlässig für Erregung gesorgt hat, funktioniert nicht mehr.

So etwas ist kein Schicksal!

Damit Sex wieder Spass macht, braucht es Übung.

Paare, die vordergründig sexuell nicht kompatibel zu sein scheinen, können sich den Spass beim Sex erschliessen. Wenn sich der Körper verändert, lässt sich die Sexualität bewusst neu erobern. Und wem langweilig ist, der kann das erfolgreich ändern. Alles in ein paar Minuten täglich.

Das klingt wie ein weiteres tägliches To-do, wo doch die Liste schon so lang ist. Es soll kein Perfektionsdrang entstehen. Wer sowieso schon mit hohen Ansprüchen an sich selber kämpft, sollte gut darauf achten, nicht zu viel Druck aufzusetzen.

Aber ich finde, man kann durch diese Körperarbeit auch ein Stück weit “erwachsen” werden – selbstbestimmter und sensibilisierter auf die eigenen Bedürfnisse.

Und wenn wir wollen, dass Sex nicht mehr anstrengend ist, sondern eine Ressource wird, dann ist es dasselbe wie bei allem anderen Lernen, ob Meditation, Joggen oder Sprachen:

Erst ist es streng und Übung, danach wird’s grandios.

Für alle, die das tun wollen, habe ich in meinem neuen Buch “Keep it Coming” die zehn Bausteine zusammengetragen, aus denen schöne Sexualität besteht. Ich zeige, wie jede und jeder damit sein sexuelles Erleben ausbauen kann.

Mit diesen zehn Bausteinen macht Sex wieder Spass:

  • Zuerst kommt die Neugier aufs eigene Geschlecht. Diese Neugier haben Kinder und Jugendliche noch natürlicherweise, sie kommt den meisten von uns leider bald abhanden: Wir glauben, uns und unseren Körper zu kennen. Dabei ist zum Beispiel vielen Frauen nicht bewusst, dass die Klitoris weit mehr als nur das sichtbare Köpfchen umfasst. Männer haben keine Ahnung, dass die Schwellkörper des Penis weit ins Körperinnere reichen. Und kaum jemand weiss, dass bei beiden Geschlechtern der gesamte Körper mehr oder weniger erotisierbar ist. In uns allen schlummert damit ein gigantisches Erregungspotenzial, das sich vor allem durch neugierige Berührung, durch Abtasten, durch Eincremen erschliessen lässt.
  • Grundlegend ist die Wertschätzung des eigenen Körpers. Nur, wer sich nicht unbewusst ablehnt, kann wirklich Vergnügen empfinden. Diese Wertschätzung kann man sich nicht vom Kopf her verordnen, aber über den Körper erfahren und etablieren. Durch liebevolle Berührung, aber auch zum Beispiel Atemübungen, die den Blick weicher machen. Wer etwa tief in den Bauch atmet, aktiviert dadurch den Vagusnerv. Guckt er oder sie zugleich eine ungeliebte Körperstelle an, erscheint diese mit der Zeit gar nicht mehr so doof.
  • Damit wären wir bei der Bewegung. Denn auch die aktiviert den Vagusnerv. Wer sich beim Sex mehr und mit dem gesamten Körper bewegt, sieht sich selbst nicht nur in milderem Licht, sondern kann viel mehr empfinden. Wir nehmen auch unser Gegenüber positiver wahr und sind erregbarer.
  • Wer die Zauberübung der Beckenschaukel ausprobiert und mit dem Potenzial seines Beckenbodens experimentiert, wird erleben, wie die sexuelle Energie bewusst steuerbar wird.
  • Um all das dann in den gemeinsamen Sex zu intergrieren, ist die Fokussierung aufs eigene Erleben unerlässlich. Das Schielen auf das Gegenüber und ob diesem unsere “Performance” gefällt, katapultiert uns nämlich auf eine Metaebene. Wir kappen den Kontakt zu unserem Körper. Dass das beim Sex ungünstig ist, sollte einleuchten. Wer versteht, dass wir genauso wenig für den Spass anderer Menschen verantwortlich sind wie diese für unseren, hat den Schlüssel zu grossartigem Sex in der Hand. Denn egal, mit wem wir schlafen: Unser Vergnügen entspringt in uns selbst. Sex macht wieder Spass, wenn wir selbst ihn geniessen. Das entlastet – und erotisiert.
  • Besonders für Paare und andere Menschen in längeren Beziehungen ist konstruktive Kommunikation wichtig  – auch die funktioniert zum Beispiel besser in Bewegung.
  • Offenheit für Neues, ich nenne es das Party-Prinzip, sorgt dafür, dass wir eingefahrene Gleise verlassen – nicht nur im Bett, denn Unternehmungslust in einem Lebensbereich überträgt sich schnell auf die anderen.
  • Zärtlichkeit, auch ohne Sex. Wenn Zärtlichkeit nicht immer als Einleitung zum Sex verstanden wird, bringt das nicht nur Nähe durch Ausschüttung des Bindungshormons Oxtocin, sondern nimmt auch eine grosse Erwartungslast von den Schultern des Gegenübers.
  • Bei aller Nähe ist es wichtig, dass diese nicht erdrückend wird. Deshalb braucht es eine Balance von Distanz und Nähe. Denn ohne Distanz, ohne Rückzugsräume und ohne Geheimnisse, gibt es keine Sehnsucht und kein Verlangen nach Sex.
  • Sex haben. Und zwar, ohne dass von irgendwoher Lust gleichzeitig auf alle Beteiligten herniederregnet. Dass man im selben Moment Lust aufeinander und Gelegenheit zum Sex hat, darauf können gerade Eltern nämlich oft lange warten. Aber wer die Schatzkiste des eigenen Körpers kennt und weiss, wie die Juwelen darin hervorgeholt werden können, kann jede Lücke im Kalender – ob spontan oder geplant – mit Genüssen füllen.

Fazit: Sich tiefgehend mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen, füllt die persönliche Landkarte der sexuellen Erregung, auf der bisher vielleicht nur ein, zwei Flecken erschlossen waren, nach und nach immer weiter aus.

Wer mitmacht und dabei bleibt, belohnt sich selbst. Mit lebenslangem, erfüllendem Sex.

Autorin

Dania Schiftan ist Psychotherapeutin und klinische Sexologin mit eigener Praxis in Zürich. Sie ist Autorin von drei Büchern: Keep It Coming – Guter Sex ist Übungssache (bei uns im Concept Store), Let’s Talk About Sex – eine Graphic Novel, Coming soon – Orgasmus ist Übungssache. Nebenher ist sie in den Medien tätig und beantwortet Fragen rund ums Thema Sexualität. Zudem gibt sie Workshops und Weiterbildungen. Sie lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern zusammen. www.daniaschiftan.ch

Informationen zum Beitrag

Dieser Beitrag erschien erstmals am 3. Januar 2022 bei Any Working Mom, auf www.anyworkingmom.com. Seit März 2024 heissen wir mal ehrlich und sind auf www.mal-ehrlich.ch zu finden.


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