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Geschenke zur Geburt: Zeit statt Krimskrams

Worüber freuen sich Eltern am meisten? Noch mehr Spielzeug im Haus? Bitte nicht! Lieber schenke ich einen Gutschein für eine Putzhilfe.

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Badetücher, 4 Spieluhren – das hatten wir kurz nach der Geburt unseres Zwirbels daheim. Total schnusige Sachen, aber halt bitzli oft dasselbe. Wir hätten den Kleinen täglich einschlammen, baden und zigmal schlafen legen müssen, um all diese Geschenke wirklich nutzen zu können. Noch besser traf es eine Freundin: 7 Kinder-Essbestecksets hat sie bekommen. Ihr mittlerweile Zweijähriger schaufelt trotzdem lieber alles mit den Händen rein. Damals wurde mir erst bewusst, dass Geburts-Geschenke zwar lieb gemeint, aber vielfach nicht wirklich nützlich sind (eine Liste mit wirklich nützlichen Geschenken: hier).

Fragen macht Freude

Auch ich habe früher irgendeinen kleinen Krimskrams zum Neugeborenengucken mitgebracht. Mittlerweile spare ich mir das, frage lieber, ob die Eltern etwas Bestimmtes brauchen – und wurde stets mit viel Dankbarkeit bedacht, weil ich den ohnehin schon zu den Fenstern rausquellenden Hausrat nicht noch erweitere. Stattdessen hab ich mal Konfitüre verschenkt, mal ein eingefrorenes Mittagessen (die Eltern wussten vorher nicht um meine bescheidenen Kochkünste), mal eine Packung WC-Papier… was halt grad so fehlte. Nun weiss ich aber noch etwas Besseres: Ich verschenke Putzhilfe! Denn was beglückt Eltern mehr als jemand, der im Haushalt mit anpackt?

Bisher hatte ich nie eine Reinigungshilfe, dachte immer, ich bräuchte das nicht, soo viel Entlastung sei das dann doch nicht. Silly me! Irgendwann wollte ich es doch mal ausprobieren…

An einem Donnerstagmorgen steht meine Rettung vor der Tür, Elisabetta Marra von Book a Tiger. (Neu heisst die Firma helpling – und ich kenne die derzeitige Leistung leider nicht, kann also keine Empfehlung abgeben. Mit Book a Tiger war ich zuletzt aus diversen Gründen nicht mehr happy.)

Frau Marra lächelt warmherzig. Das tut gut, denn ich bin grad übermüdet, überarbeitet, überempfindlich und überhaupt total kaputt.

Kiloweise Kleinkindrotz

Sie lässt sich von mir durch die Wohnung führen, ich bin anfangs ratlos, was sie von mir wissen muss. Geduldig fragt sie in jedem Raum, was es zu erledigen gibt, was mir wichtig ist. Ab und zu wischt sie beim Vorübergehen mit der Hand über eine Fläche, schaut sich die Finger an. Und ich zucke zusammen, weil ich genau weiss, was da alles an den Kuppen hängen und kleben wird… Staub, Katzenhaare, zermatschte Weinbeeren und ein Kilo Kleinkindrotz. Aber Frau Marra guckt nicht entsetzt, sie lächelt immer noch.

Putzhilfe - Zeit schenken anstatt Krimskrams
Frau Marra wirbelt im Haus, ich geniesse währenddessen die Zeit mit dem Zwirbel.

Und dann legt sie los, wirbelt drei Stunden lang durchs Haus, putzt an Orten, die unser Staubsauger jeweils schnöde ignoriert, kraxelt die Leiter auf und ab, weil sie nicht grad mit der Körpergrösse eines Basketballers gesegnet ist. Am Ende ist unser Daheim blitzblank, und ich und der Kleine sind total relaxt. Denn während der drei Stunden haben wir rund 7000 Büchlein angeguckt (davon allein 5000 Mal die Geschichte vom Biber, der mal Pause machen muss), im Garten für die gesamte Schweizer Bevölkerung Sandgugelhopf gebacken und eine Quintillion Mal Versteckis gespielt.

Vergnügen beim Familienputzen

Ich finde zwar weiterhin, dass wir keine regelmässige Putzhilfe brauchen. Ganz im Gegensatz zur Any Working Mom und zu vielen Freundinnen, die seit Jahren auf ihr Heinzelfrauchen schwören. Teilweise verzichte ich aus Kostengründen, aber nicht nur. Irgendwie finde ich es schön, wenn die ganze Familie am Wochenende jeweils loslegt und putzt, der Zwirbel begeistert mitmacht, alles zunderobsi bringt und das Ergebnis stolz präsentiert. Und ich mag es auch, dass es bei uns manchmal dreckig bis siffig ist. Das hilft mir dabei, zu akzeptieren, dass nicht alles perfekt sein kann. Drum werde ich selten eine Reinigungshilfe buchen – dafür aber häufig Eltern zur Geburt mit einem Gutschein beschenken. Da Reinigungsunternehmen leider keine Geschenkgutscheine anbieten (Warum nicht???), muss man halt einfach einen für die Neu-Eltern passenden Termin vereinbaren und die eigene Adresse als Rechnungsadresse angeben.

Nachtrag, Anfang 2019. Ich muss grad selber lachen über diesen letzten Abschnitt. Weil mein Vorhaben, das Putzen weiterhin selber zu machen, nur etwa ein halbes Jahr hielt. Immer wieder erinnerte ich mich daran, wie wundervoll es war, nicht alles selber zu putzen und am Wochenende reinzuquetschen – dafür mehr Familienzeit für Ausflüge, mehr Me-Time und auch mehr Arbeitszeit zu haben. Seither kommt bei uns alle zwei Wochen jemand vorbei. Besonders nach der Geburt des zweiten Kindes eine immense Erleichterung!

Porträtfoto von Anja Knabenhans - Chefredaktorin mal ehrlich AG

Autorin

Anja Knabenhans ist die Content-Chefin von mal ehrlich. Sie war viele Jahre Journalistin bei der NZZ und NZZ am Sonntag – als Schreibende oder Tätschmeisterin, manchmal auch vor der Kamera oder hinter dem Podcast-Mikrofon. 2017 stieg sie bei Any Working Mom ein. Neben ihrer Tätigkeit bei mal ehrlich macht sie ihr eigenes Ding mit ding ding ding. Während sie beruflich ihre Freude am Tüpflischiss auslebt, zelebriert sie daheim das familiäre Chaos. Sie ist Mutter von zwei Kindern im Schulalter.

Informationen zum Beitrag

Dieser Beitrag erschien erstmals am 10. Mai 2017 bei Any Working Mom, auf www.anyworkingmom.com. Seit März 2024 heissen wir mal ehrlich und sind auf www.mal-ehrlich.ch zu finden.


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