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Ein Au-pair muss her! – Teil 2: Vertrag

Das ideale Au-pair ist gefunden, doch wie regelt man das nun? Wie berechnet man die Kosten und was muss der Vertrag alles beinhalten? Andreas Tipps aus erster Hand.

Eine junge Frau und zwei Mädchen malen mit Kreide am Boden. Tipps und Erfahrungen rund um die Anstellung eines Au-pairs in der Schweiz.

Ihr könnt Euch erinnern? Unsere Suche nach einem Au-pair, die für mich und Amerikanerin Ashley wegen der Bürokratie jäh ein schmerzliches Ende nahm?

Jetzt erst recht, dachte ich nach der ersten Enttäuschung und passte meine Kriterien auf dem Online-Profil an (keine Drittstaaten mehr, dafür mehr Skandinavien) und übte mich im positiven Denken:

Jetzt finden wir ein Au-pair!

Es ging auch nicht lange, da erhielten wir erste Bewerbungen. Zum Beispiel die von Sylwia aus Polen, einer ambitionierten Anwältin, die sich folgendermassen anpries:

I won’t let your child become a couch potato.

Oh. Spontan hatte ich daraufhin Bilder von Frau Farbissina aus «Austin Powers» im Kopf.

Der USP von Gaetano, 27, war eigentlich schon um einiges überzeugender:

Sono siciliano!

Und auch Pjetr (Sportstudent, ist gerne aktiv) hatte eine eigene Vorstellung davon, was es heisst, auf zwei Kleinkinder aufzupassen:

Playing soccer with my nephew is fun!

Nun gut. Eine Anwältin brauchen wir nicht, mit einem Vier- und einer Zweijährigen reicht bis anhin eine gute Hausratsversicherung. Bei Gaetano bräuchte ich schon zwei Monate, bis ich seinen Namen richtig aussprechen würde. Und Pjetr, nun Pjetr wäre wohl ziemlich auf die Welt gekommen, wenn er die Kinder nach der Fussballsession nicht wieder hätte zurückgeben können.

Abend für Abend scannte ich die Profile, verliess mich nicht auf die Vorschläge vom Suchportal. Und plötzlich war da:

Mickey Mouse!

Wer von sich ein Foto mit Minnie-Mouse-Ohren einstellt und darunter schreibt «Me and Mickey hanging out», hat bei mir schon gewonnen.

Ich habe ja leider nie Online-Dating gemacht und kenne Tinder nur via Profil meiner Freundin, aber so muss es sich anfühlen, wenn da steht «it’s a match!». Und so ging es weiter: Liza spricht Englisch (für uns ein Must), ihre grösste Leidenschaft sei das Reisen (dingdingdingding!) und da ihr Freund in Zürich wohne, würde sie am liebsten auch gleich bei ihm übernachten.

DAS wäre die ultimative Win-win-Situation, denn AWD kommt mit seinen Ansprüchen an Privatsphäre schon mit mir als Wohnpartnerin oft ans Limit…

Die richtigen Fragen stellen

Unser erstes Date hatten wir per Skype, Liza sass in Bangkok und wir in Zürich. Natürlich ist die Chemie am wichtigsten, trotzdem gibt es einige Fragen, die am besten ganz am Anfang geklärt werden sollten:

Es hilft selbstverständlich, wenn man sich dieselben Fragen vorher als Familie stellt.


Tipp aus dem AWM-Team: Wenn Ihr ein Au-pair in Eure Familie aufnehmt, werdet Ihr Arbeitgeber:in – mit all dem administrativen Aufwand und den Verpflichtungen, die das mit sich bringt. Ein Vertrag ist nötig, es gilt, die erforderlichen Versicherungen abzuschliessen, der Lohn muss ordnungsgemäss abgerechnet und die Lohndokumente bereitgestellt werden. (Dasselbe gilt übrigens auch bei der Anstellung einer privaten Nanny oder eines Babysitters.)

All diese Aufgaben können eigenständig erledigt werden oder mithilfe des Online-Services quitt. Der Online-Service übernimmt für Euch von A-Z alle Aufgaben des privaten Arbeitgebers. Nur um die Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung müsst Ihr Euch noch selber kümmern.

Ein Au-pair anstellen? Wie das korrekt funktioniert und wie der Online-Service quitt dabei helfen kann.

Damit Ihr von der administrativen Entlastung profitieren könnt, erhaltet Ihr mit dem Code malehrlich50 ein Startguthaben von CHF 50.- bei Neuabschluss eines quitt-Abos (Code einfach bei der Registrierung ins Feld „Gutscheincode“ eingeben).


Der Au-pair-Vertrag

Unser Gespräch verlief gut, so gut, dass wir möglichst schnell Nägel mit Köpfen machen wollten. Personen aus EU/EFTA-Staaten brauchen grundsätzlich für die Einreise noch keinen Vertrag, aber für uns war es wichtig, dass beide Seiten ein Commitment abgeben würden und auch die Bedingungen klar sind.

In der Schweiz entsprechen Au-pair-Verträge den üblichen Arbeitsverträgen für Hausangestellte. Da sich diese Standardverträge von Kanton zu Kanton unterscheiden, fragt man am besten beim zuständigen kantonalen Arbeitsamt nach oder registriert sich beim Online-Service quitt, der einen korrekten Arbeitsvertrag generiert.

Ich habe nach langem Suchen folgenden Mustervertrag in Deutsch/Englisch gefunden (für Euch als PDF zum Download): Au-pair-Vertrag Muster

Mustervertrag für Aupair deutsch englisch
Arbeitsvertrag für Au-pair

Die Lohnberechnung

Wichtig ist vor allem die Berechnung der Lohnsumme. Von den obligatorischen 600 bis 800 CHF werden AHV/IV/EO zu gleichen Teilen abgezogen. Ebenso muss für Au-pairs aus dem Ausland die Quellensteuer (die das Au-pair ggf. bei Ausreise zurückfordern kann) abgezogen werden. Informationen hierzu erhält man beim Steu­er­amt der Wohnge­mein­de.

Dazu kommen Kosten für Sprachkurse und Versicherungen (obligatorische Krankenversicherung, Unfallversicherung), die ganz oder teilweise von der Gastfamilie übernommen werden müssen. Für Au-pairs gibt es spezielle Angebote für die Krankenversicherung. Auch bei der Abrechnung der Löhne und Versicherungsfragen kann quitt helfen.

Eine Kostenaufstellung pro Monat kann beispielsweise folgendermassen aussehen:

Wieviel kostet ein Au-Pair in der Schweiz?

Liza war einverstanden. Wir trafen sie auf einer kurzen Stippvisite in Zürich, die unseren ersten Eindruck nur bestätigte, und wir freuten uns beide auf die gemeinsame Zeit.

To-dos vor Arbeitsantritt des Au-pairs

Vor Lizas Arbeitsantritt waren aber noch einige bürokratische Hürden zu nehmen. Da die Anstellung als Au-pair einem normalen Arbeitsverhältnis gleichgestellt ist, mussten wir für Liza einen Versicherungsausweis bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons beantragen und sie bei der kantonalen Steuerverwaltung anmelden. Ausserdem benötigte sie eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung. Die Erteilung einer solchen Bewilligung durch die Arbeitsmarktbehörde des Kantons kann eine Weile dauern, deshalb sollte man sich frühzeitig darum kümmern.

Seit Kurzem ist unser Au-pair nun bei uns, und bald haben wir den letzten bürokratischen Schritt – die Anmeldung bei der Ein­woh­ner­kon­trol­le der Ge­mein­de (die innerhalb von zwei Wochen nach der Einreise erfolgen muss) – auch noch geschafft.

Hier «Ein Au-pair muss her – Teil 1» lesen.


Full Disclosure: Dieser Beitrag enthält einen gesponserten Link. Unser Kooperationspartner quitt bezahlt für die Verlinkung, nicht für die Empfehlung, denn die kommt von Herzen und aus eigener Erfahrung.

Autorin

Andrea Jansen hat 2016 Any Working Mom gegründet und lange als CEO geführt. Bei mal ehrlich ist sie für Strategie und Business Development verantwortlich. Sie reist gerne durch das Leben und um die Welt, versucht, weniger zu micromanagen und mehr zu schlafen. Sie ist Unternehmerin, Stiftungsrätin, Journalistin und Mutter von drei Kindern. Seit mindestens drei Jahren will sie ihre Website updaten und kommt nicht dazu – bis dahin findet man sie auf Insta als jansenontour.

Informationen zum Beitrag

Dieser Beitrag erschien erstmals am 6. September 2016 bei Any Working Mom, auf www.anyworkingmom.com. Seit März 2024 heissen wir mal ehrlich und sind auf www.mal-ehrlich.ch zu finden.


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2 Antworten

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  1. Avatar von Sue
    Sue

    Hei Andrea, super gschriebe und super Thema. Wie heit Dir’s glöst mit öier Privatsphäre (pfuse, Arbeitszit, Wucheändi etc?) und wie nähmes d Ching mitem Au Pair?Würd mi überne Antwort fröie! Greets us dr Nächi vore WorkingMom

    1. Avatar von Andrea
      Andrea

      Liebe Sue (sorry, berndeutsch bin ich mega langsam mit schreiben ): Also: Wie du vielleicht aus dem Text lesen konntest – Unser Au-Pair schläft nicht bei uns, sondern bei ihrem Partner. Das Wochenende verbringt sie meistens ebenfalls mit ihm. Sie arbeitet 30 Stunden für uns (das ist Vorgabe), die wir aber jede Woche wieder etwas neu definieren (bzw. 2 Tage sind fix, die anderen 10 Stunden teilen wir auf). Und unsere Kinder sind Fan. So richtig. Und ich auch – meine Flexibilität hat extrem profitiert und wir können auch als Paar wieder mehr Zeit miteinander verbringen. Kann’s also nur empfehlen.