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«Ich wusste, dass mein Kind tot ist. Mein Körper wusste es noch nicht»

Eine Fehlgeburt in den ersten Wochen ist nicht so schlimm, weil es ja noch so früh ist? Das dachte Martina Müller mal. Dann erlebte sie eine Missed Abortion – und es zog ihr den Boden unter den Füssen weg.

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Manchmal bemerkt der Körper eine Fehlgeburt nicht - dann ist es eine Missed Abortion. mal ehrlich


Das ist die Geschichte eines Lebewesens, das sich still und heimlich verabschiedet hat. Es ist die Geschichte eines Kindes, das gegangen ist, bevor es als Kind erkennbar war. Es ist die Geschichte eines Körpers, der nicht gemerkt hat, dass er nicht mehr schwanger ist. Es ist die Geschichte eines Herzchens, das nicht schlagen wollte.

Es ist die Geschichte einer Fehlgeburt. Meine Geschichte.

Es sollte die erste Schwangerschaftskontrolle werden. Ich war nervös, aber eigentlich nicht besorgt. Mir war seit Wochen wahnsinnig übel, ich war extrem müde, hatte aber keine Blutungen, keine Schmerzen, nichts. Ich war einfach schwanger. Mein Mann war dabei, wie schon bei den Schwangerschaftskontrollen unseres ersten Kindes.

Und dann haben wir das Ultraschallbild gesehen. Da hat sich nichts bewegt. Ganz deutlich haben wir den Embryo gesehen. Da war er in seiner Fruchtblase. Völlig regungslos.

Der Arzt fragte mich, wann der Schwangerschaftstest positiv gewesen sei. Ob ich sicher sei, dass ich nicht schon länger schwanger war. Oder weniger lang. Ich war sicher. Und dann dieser Satz: «Es hat keinen Herzschlag». Ich habe sofort begonnen zu weinen.

Ich hatte eine sogenannte Missed Abortion.

Eine Fehlgeburt, die der Körper noch nicht bemerkt hat.

Und ich hatte drei Optionen: Abwarten, bis der Körper den Embryo selber abstösst, was aber noch mehrere Wochen dauern konnte, Tabletten einnehmen, die den Abgang auslösen würden, oder einen operativen Eingriff: eine Ausschabung. Was für ein schrecklicher Begriff. Ich müsse mich nicht gleich entscheiden, sagte der Arzt, ich solle mir Zeit nehmen, es pressiere nicht.

Wie gelähmt verliessen wir die Arztpraxis, mein Mann und ich. Im Auto haben wir beide geweint. Damit hatten wir einfach nicht gerechnet.

Mein Kind hatte keinen Herzschlag. Hatte es überhaupt schon gelebt? Hatte es vorher als Leben gegolten? Medizinisch wohl nicht. Emotional schon. Sobald ich wusste, dass ich schwanger war, hatte ich mich auf mein Kind gefreut. Mein Kind. Nicht Fötus oder Embryo oder – seien wir ehrlich: Zellhaufen.

Was ich verloren hatte, war mein Baby. Unser zweites Kind, das ich Anfang September in den Armen halten sollte.

Eine Fehlgeburt kann passieren. Fehlgeburten kommen sogar sehr oft vor.

Ich wusste das, so wie das jede schwangere Frau weiss.  Ich wusste, dass es ein richtiger und wichtiger Vorgang der Natur ist, ein nicht lebensfähiges Wesen abzustossen. So früh wie möglich. Bei mir war’s in der neunten Schwangerschaftswoche.

Ich hatte immer geglaubt, eine so frühe Fehlgeburt sei zwar traurig, aber nicht ganz so schlimm, weil’s doch noch so früh ist.

Ich konnte mir das Ausmass des Schmerzes nicht vorstellen. Es hat mich völlig unvorbereitet getroffen.

Ich bestand nur aus Traurigkeit. Und dann kam die Wut.

In den folgenden Tagen war ich wütend auf meinen Körper.

Ich fühlte mich von ihm im Stich gelassen und verraten. Ich hatte mich immer auf mein Bauchgefühl verlassen können. Egal ob beruflich oder privat. Mein Bauchgefühl wusste auch beide Male, dass ich schwanger war, bevor ein Test überhaupt ein Ergebnis hätte zeigen können.

Aber jetzt? Jetzt wusste es der Kopf zum ersten Mal besser. Mein Bauch sagte mir immer noch «ich bin schwanger». Aber das stimmte nicht. Zum ersten Mal konnte ich mich nicht mehr auf mein Bauchgefühl verlassen.

Das riss mir den Boden unter den Füssen weg.

In einem Punkt waren sich Kopf und Bauch jedoch einig: Sie waren noch nicht bereit dazu, mein Kind loszulassen.

Nach einer Woche sass ich wieder beim Arzt. Der erneute Ultraschall bestätigte, was ich schon wusste: Der leblose Embryo war noch immer in meinem Bauch. Die Assistenzärztin gab mir die Tabletten und wir sind wieder nach Hause gefahren.

Zwei Tage später schrieb ich in mein Tagebuch: «Mein Sternchen. Ich kann nicht sagen, ich bin bereit, denn das bin ich nicht. Aber ich lasse dich ziehen, du darfst gehen. Ich halte dich nicht zurück an einem Ort, an dem es keine Zukunft für dich gibt. Ich hätte mir ein ganzes Leben mit dir gewünscht, nicht nur diese wenigen Wochen. Aber ich bin froh, dass ich mich von dir verabschieden konnte. Du bleibst für immer in meinem Herzen.»

Und jetzt? Ich war nicht schwanger.

Aber ich war auch nicht nicht schwanger.

Ich war traurig, müde, kaum funktionsfähig. Aber ein Tag nach dem anderen verging und ich kümmerte mich um meinen Sohn (wenn auch nicht besonders gut), ich kaufte ein, kochte, machte den Haushalt, ging arbeiten (wieder: nicht besonders gut – an dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an meinen verständnisvollen Chef).

Und die ganze Zeit dachte ich an nichts anderes als an mein totes Kind. Ich wollte, dass es vorbei ist. Dass mein Körper es gehen lässt.

Gleichzeitig hatte ich grosse Angst davor.

Es war alles so surreal. Und gleichzeitig sehr real.

Ich wusste, dass mein Kind tot ist. Ich glaube, ich hatte das mittlerweile akzeptiert. Und es fühlte sich an, als ob das Gewicht, das zuvor auf meinen Schultern lag, in mich hineingerutscht war. In meinen Bauch, in meinen Magen, in mein Herz.

Ich konnte aufrecht durch den Alltag gehen, aber innerlich zog mich alles nach unten.

Durch Zufall fand ich eine Hebamme, die sich mit Fehlgeburten auskennt, und die mir gleich einen Termin gab. Ich weiss nicht, was ich ohne sie gemacht hätte.

Sie hat mir viele Fragen gestellt: Kannst du mit deinem Mann trauern? Weisst du, was du mit dem Embryo machen möchtest? Spülst du es das WC runter oder möchtest du ein Abschiedsritual vorbereiten? Wenn du es auf deine Art verabschieden oder beerdigen möchtest, weisst du, wie du es auffangen kannst? Ist jemand bei dir, wenn es passiert?

Fragen, von denen ich mir wünsche, ich hätte sie nie beantworten müssen.

Aber sie waren so wichtig. Und ich bin froh, wurden sie mir gestellt. Meine Hebamme hat mich Frage um Frage darauf vorbereitet, was mich erwartet, wenn ich die Tabletten nehme und mein Kind dann tatsächlich verliere.

Sie hat mir dabei geholfen, mich mit meinem Körper zu versöhnen. Und vor allem hat sie mir eines gegeben: ein kleines bisschen Kontrolle in einer Situation, in der ich mich völlig machtlos fühlte.

Zehn Tage nachdem ich erfahren hatte, dass ich mein Kind verliere, habe ich die Tabletten eingenommen. Meine Hoffnung, dass der Körper doch noch merkt, dass da was nicht stimmt, hatte sich nicht erfüllt. Ich hielt es nicht aus, länger zu warten.

Die Tabletten zu nehmen, war schwierig.

Mit der Einnahme würde es endgültig vorbei sein. Vorbei der Traum, ein paar Monate später mein zweites Kind in den Armen zu halten.

Einen Tag, nachdem mein Baby für immer von mir gegangen ist, habe ich in mein Tagebuch geschrieben: «Jetzt bist du gegangen, mein Sternchen. Mein Kopf, mein Herz und schlussendlich auch mein Körper waren bereit, dich ziehen zu lassen. Und jetzt weiss ich auch: Ich habe dich nicht an diesem traurigen Wintersamstag mit Bauchkrämpfen auf dem WC verloren. Ich habe dich zehn Tage zuvor verloren, als mir der Satz «Es hat keinen Herzschlag» das Herz gebrochen hat. Mach’s gut, mein Sternchen, du bleibst für immer in meinem Herzen.»

Autorin

Martina Müller lebt mit ihrem Mann und ihrem zweijährigem Sohn in ihrer Wahlheimat Graubünden. Sie ist als Kulturmanagerin für verschiedene Kulturinstitutionen tätig. Früher entdeckte sie die Welt beim Bereisen verschiedener Kontinente, jetzt entdeckt sie die Welt neu mit ihrem Sohn zwischen Bauernhof und Spielplatz. Ihr Alltag besteht aus einem bunten Mix aus kreativem Problemlösen, ausgedehnten Spaziergängen, Trotzanfällen und Home-Office. Über ihre Fehlgeburt schreibt sie zu 20% als Eigentherapie und zu 80%, um anderen Frauen Mut zu machen, darüber zu sprechen.

Informationen zum Beitrag

Dieser Beitrag erschien erstmals am 23. Oktober 2020 bei Any Working Mom, auf www.anyworkingmom.com. Seit März 2024 heissen wir mal ehrlich und sind auf www.mal-ehrlich.ch zu finden.


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40 Antworten

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  1. Avatar von Pip
    Pip

    Danke für deine Offenheit, dass du Deine Geschichte mit uns teilst! Bei deinem ersten Tagebucheintrag kamen mir die Tränen. Ja, es hätte ein gemeinsamen Leben sein sollen. Und es ist so wahnsinnig traurig, dass es das nicht wurde.

    Ich hatte vor 1.5 Jahren eine Fehlgeburt; inzwischen habe ich auch ein kleines Kind, über das ich überglücklich bin. Aber immer wieder denke ich auch an mein Sternenkind, das ich in meinem Herzen trage. Ich bin traurig, dass ich es nie in den Armen halten werde, sein Lachen nicht kenne, nicht sehen kann, wie es aufwächst. Und es viel, viel zu früh wieder gehen lassen musste.

    Sie sind alle unsere Kinder. Ob sie heute an unserer Seite gehen oder nur kurz bei uns waren.

  2. Avatar von Laura
    Laura

    Hallo meine liebe
    Vielen dank für deinen Bericht,ich selber habe gerade in der 6. Woche verloren. Leider konnte ich mich nich verabschieden, denn als ich realisierte was geschah wars schon zu spät. Ich war hapoy, zwei wochen lang einen positiven frühtest, zwar fein aber positiv, und dann geschah es. Plötzliche bauchkrämpfe in der nacht und starke blutung, zuvor 2 tage lang schmierblutung. Erst am 2. Tag nach dem geschehn gin ich mit dem verdacht des Aborts in die notaufnahme vom regionalen spital, und bekam 2 stunden später die traurige gewissheit das es weg war😭😭 ich wünsche dies keiner frau, denn es ist psychisch eine echte probe🥺 dank deinem Bericht weiss ich nun das ich nicht die winzige bin die so früh scjon um ihr kind trauert, was viele nicht verstehn können

  3. Avatar von Sabrina
    Sabrina

    Vielen Dank für deinen Bericht. Ich habe jedes einzelne Wort gefühlt. Ich habe diese Woche mein Sternchen in der 7. SSW verloren! Der Abgang hat sich durch ein paar Tage Schmierblutungen angekündigt, beim Frauenarzt wurde mir schließlich mitgeteilt, dass es vielleicht zum Abgang kommen könnte (in Kombination mit einem auffälligen Ultraschall).

    Obwohl wir wussten, dass die ersten 12 Wochen mit großer Unsicherheit verbunden sind, bin ich in großer Trauer. Es ist leider nicht wirklich ein Trost für mich, dass der Körper nach dem Alles – oder – Nichts – Prinzip gehandelt hat, dass ein wahrscheinlich nicht lebensfähiges Menschlein wieder die Rückreise angetreten ist. Man fragt sich ständig, ob man etwas hätte verhindern können, z.B. mehr Trinken oder Essen oder auf sich mehr Acht geben.

    Diese und ähnliche Gedanken verstehen aber meiner Meinung nach Betroffene am besten, zumindest konnte ich mir davor niemals ausmalen, dass man bei einem Verlust in der Frühschwangerschaft in ein so großes Loch stürzen kann!

    Ich hoffe, dass es meinem Mann und mir bald wieder besser geht. Die Angst, dass das in Zukunft uns nochmal passieren könnte und den Schmerz wiederholen lässt, ist groß.

  4. Avatar von Birgit Lenz
    Birgit Lenz

    Die Geschichte liest sich wie die Ereignisse, die ich mit meiner zweiten Schwangerschaft erleben musste: Nachdem die erste trotz meines leichtsinnigen Verhaltens so reibungslos verlief, hatte ich gar keine Bedenken als wir den ersten Ultraschalltermin hatten. Achte Woche, fünf Wochen früher als damals bei meiner Tochter. Heute sehen wir unser zweites Baby. Mein Mann und ich freuten uns riesig über die Schwangerschaft und hatten zwei Wochen auf den Termin gewartet. Es ist dieselbe Ärztin, welche mich auch bei meiner Tochter betreut hatte. Sie beginnt den Ultraschall, ich schaue gespannt auf den Bildschirm, kann es gar nicht mehr erwarten, unser Kleines zu sehen. Die Fruchthöhle ist bereits schön groß, die Ärztin durchläuft sie mit dem Ultraschall ganz. Mein Herz bleibt stehen. Ich habe kein Baby gesehen. Die Ärztin sagt nichts, und sucht die Fruchtblase erneut ab. Ich weiß, was ich gesehen habe. Nichts. Aber mein Kopf kann es nicht begreifen. “Es tut mir so leid”, sagt die Ärztin, nachdem sie ein drittes Mal kontrolliert. Meine Welt bricht zusammen.
    Ich bin zu dem Zeitpunkt vierundzwanzig Jahre jung und habe nie in meinem Leben hormonelle Verhütungsmittel genommen. Ich bin jung, gesund, mein Hormonhaushalt ist unbeeinflusst. Klar haben andere Fehlgeburten. Aber diese Frauen sind älter oder haben jahrelang hormonell verhütet. Mir passiert das nicht, ich habe meinen Körper ‘sauber’ gehalten.
    Nur ist es eben doch passiert, obwohl ich nie die Pille genommen habe. Es passiert nicht nur anderen Frauen-es passiert auch mir. Diese Wahrheit sickert langsam in mein Gehirn und ist unendlich schwer zu begreifen für mich. Ich heule Rotz und Wasser und klammerte mich haltsuchend an meine einjährige Maus, mein Mann hat ebenfalls Tränen in den Augen. Damit hätten wir nicht gerechnet. Vollkommen unvorbereitet hat uns diese Nachricht genau an Thanksgiving überrascht. Wir fahren heim, bringen unsere Tochter zu Bett und dann starren wir in Leere. Nach einem großen Essen mit Freunden ist uns nicht mehr zu Mute.
    Über die nächsten Wochen trauern wir beide sehr verschieden. Mein Mann will nicht mehr darüber reden, ich will den Zellhaufen, der unser zweites Kind geworden wäre, nicht vergessen. Die ganze Zeit über fühlt es sich an, als hätte jemand mein Kind gestohlen. Ohne ein einziges Anzeichen hat es meinen Körper verlassen, und der hat es auch nicht mitgekriegt.
    Ein Jahr später, die dritte Schwangerschaft. Es sind Zwillinge. Ich bin so überzeugt, dass wir beide in den Armen halten werden, aber vor dem Ultraschall in der achten Woche habe ich ein schlechtes Gefühl.
    Wir sind wieder bei derselben Ärztin. Sie schaut den ersten Embryo an. Sagt nichts und geht zum zweiten über. “Da sehe ich einen guten Herzschlag”, kommentiert sie beim zweiten, bevor sie sich wieder dem ersten widmet. Und wieder weiß ich, was ich am Bildschirm sehe, und ich weiß, was mir die Ärztin gleich sagen wird: Nummer 1 hat keinen Herzschlag mehr.
    Ich bin nicht nur traurig, dieses Mal bin ich unendlich wütend. Nicht auf mich, sondern auf den *Kraftausdruck* im Himmel, den so viele anbeten.
    Es fühlte sich so an, als ob der etwas gut machen wollte, aber am Ende war es nur falsche Hoffnung, mit der vor meiner Nase herumgewedelt wurde.

  5. Avatar von Marie
    Marie

    Hallo,
    Danke für deine schönen Worte.
    Ich habe vor 6 Tagen erfahren, dass das Kind nicht gewachsen ist und auch kein Herzschlag vorhanden war. Ich war in der SSW 10+2 und es war mein zweiter Ultraschalltermin.
    Die Schwangerschaft war ungeplant, aber wir freuten uns so sehr auf unser erstes Kind.
    Jetzt ist es vorbei…die Tabletten liegen unberührt in meiner Handtasche und ich weiß nicht was ich tun soll.
    Ich hoffe immer noch auf einen natürlichen Abgang, gebe die Hoffnung aber so langsam auf.
    Ich habe unfassbar Angst, dass ich die Schmerzen nicht ertrage, obwohl ich sonst eine starke Frau bin- aber das alles ist so neu, dass ich 24/7 an nichts andere denke als an das was uns noch bevor steht.

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Marie
      Ich fühle mit dir! Es tut mir so leid, das zu lesen. Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest, dein/euer Kind zu verabschieden und gehen zu lassen. Es ist unfassbar schwer. Fühl dich umarmt!

  6. Avatar von Franziska
    Franziska

    Danke fürs Teilen einer schmerzhaften Erfahrung, die leider, wie ich nun selbst erfahren musste, zum Leben und zu den Vorfreuden einer Schwangerschaft dazu gehört.
    Wir dachten immer „das trifft uns nicht“ und erst vor Kurzem habe ich die Trauer Bewältigung einer Freundin mit einem Abbruch in der 18. SSW wegen Potter erlebt.
    Nun hat es uns getroffen, in der 14. SSW wurde medikamentös ein Abbruch einer Trisomie 13 erwirkt. Der Gedanke, dass das Herz eigentlich noch schlug, macht mich wahnsinnig. Der Befund war jedoch bestätigt.
    Ich bin dankbar, dass ich mit meinem Sternenkind einen Moment des Abschieds hatte. Die Angst davor, dieses kleine tote Wesen zu sehen, war groß, aber schlagartig verschwunden kaum dass die „Kleine Geburt“ geschehen war und sogar mein Mann wollte es sehen und anfassen. Der Umgang von Hebamme, Arzt, Fotografin und alles medizinischem Personal im Krankenhaus war sehr respektvoll und liebevoll. Hier in Deutschland ist je Bundesland die Reglementierung mit den Umgang von Totgeburten/ Fehlgeburten unterschiedlich.
    Ich hoffe, dass jede unserer gezogen Geschichten anderen Betroffenen Mut macht, darüber zu reden, die Trauer zuzulassen und dann den Weg ins Leben zurückzufinden.
    Alles Liebe für euch tapfere Menschen.

  7. Avatar von Becci
    Becci

    Ich muss mich hier anschließen, vielen Dank für diesen offenen Artikel. Und auch Danke an alle die hier ihren Schmerz teilen!
    Bei uns im Ort, unter den ganzen Muttis, wird da doch recht offen geredet, auch wenn ich bei jeder Geschichte die ich erfahren durfte Gänsehaut bekam und mich immer fragte, wie man so etwas durchstehen kann… ich selber habe schon 3 Kinder das jüngste gerade 7 Monate alt, im Dezember kam ein kleines Glück dazu, ein positiver Test, kurz vor Weihnachten dann der erste Ultraschall 7. Ssw Herz schlägt alles gut, liegt schön mittig, mein Frauenarzt “das könnt ihr (gemeint, mein Mann und ich) ja!” Ich hab mich gefreut, meinem Mann, natürlich der dank corona vor der Praxis mit unserer Tochter spazieren fuhr gleich das Bild gezeigt… -Große Freude- Ein schönes Weihnachtsfest gefeiert einfach ein Traum, mit vier Kindern wäre die Planung abgeschlossen… dann gestern 20.01. nächste Kontrolle, alles war gut, keine Blutung, keine Schmerzen, ich freute mich auf den Krümel… Mein Arzt fing mit der Untersuchung an, PH-wert super Gebärmutter verschlossen, alles top! Im Ultraschall das Kind als ob es schläft zu sehen, aber etwas stimmt nicht, ich habe es auch sofort gesehen, auch mein Arzt war sofort ruhig… ich werde das nie vergessen, ich seh das Bild, wusste es sofort und schau meinen Arzt an der selber Tränen in die Augen bekommt, den Kopf leicht schüttelt und sagt “da ist kein Herzschlag mehr.” Nächste Woche hab ich die Ausschabung, heute hatte ich das Gespräch mit einem anderen Gynäkologen zu dem ich von meinem Arzt geschickt wurde. Ich habe zwar keine Hebamme aber einen liebevollen Arzt, der mir gestern ruhig alles erklärte, der mir auch ausdrücklich sagte dass ich keine Schuld habe, ich habe heute auch noch ein Ultraschallbild machen lassen, da ich niemals meinen Krümel vergessen möchte.

    1. Avatar von Anja Knabenhans
      Anja Knabenhans

      Danke, dass du das mit uns teilst, liebe Becci. Wir fühlen mit euch!

  8. Avatar von Ella
    Ella

    Liebe Martina
    Danke für deine Geschichte, danke dass du dieses Tabuthema ansprichst. Es ist der aller erste Beitrag den ich zu diesem Thema gelesen habe, da ich die traurige Nachricht heute morgen erst erhalten habe bzw. selbst mit meinen eigenen Augen den Herzschlag unseres Babys nicht mehr sehen und hören konnte. Ich wäre heute in die 13. SSW gekommen, unser Baby sei aber schon bestimmt 1 Woche nicht mehr am Leben. Es wirft viele Fragen auf aber ich darf mich glücklich schätzen, schon 2 gesunde Buben zu haben und das nach 2 komplikationslosen Schwangerschaften. Jetzt werde ich zur Curettage gehen und mich von unserem Baby verabschieden müssen. Es tut weh. Ich danke dir von ganzem Herzen, dass du deine Geschichte geteilt hast. Es macht Mut!

    1. Avatar von Anja Knabenhans
      Anja Knabenhans

      Liebe Ella, wir fühlen mit dir! Unser Beileid für deinen Verlust, herzlich, das AWM-Team

    2. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Ella
      Das tut mir so leid zu lesen. Ich hoffe ganz fest, dass du Trost mit und bei deinen Söhnen und deinem Mann findest. Ich wünsche dir viele liebe Leute, die dich tragen und unterstützen und dass du einen Weg findest, Abschied zu nehmen.
      Alles Gute!
      Martina

  9. Avatar von L.
    L.

    Danke für deine Worte. Auch ich kann es 1 zu 1 nachfühlen – Kontrolle in der 9. Woche, ein paar Tage später nochmals hin, wirklich kein Herzschlag, Tabletten… Es war unsere erste Schwangerschaft. Die Wut auf den eigenen Körper riesengross, unfähig zu sein, einem Kind ein Zuhause geben zu können. Jetzt im Bett im Zimmer nebenan eine 4monatige Tochter – unendlich dankbar – irgendwann wird sie erfahren, dass sie einen grossen Bruder / eine grosse Schwester hat ❤️

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe L.

      Diese Wut kenne ich nur zu gut. Man fragt sich, wieso der eigene Körper, der doch der sicherste Ort für ein Kind sein sollte, “versagt”. Mir hat der Gedanke geholfen, dass der Körper eben gerade sehr genau weiss, was er macht… Auch wenns unendlich traurig ist.
      Ich freue mich so für euch, dass ihr nun eine kleine Tochter habt und wünsche euch alles, alles Gute!

      Martina

  10. Avatar von Jules
    Jules

    Von Herzen danke für Deine ehrlichen Worte die mir 1:1 aus der Seele sprechen. Deine Worte haben mir gerade das Gefühl gegeben, damit nicht alleine zu sein.

    Ich fühle mir Dir.

    Alles Gute für Dich und Deine kleine Familie 🙏🏻

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Jules

      Danke dir für deine lieben Worte.
      Ich wünsche auch dir alles, alles Gute!

      Martina

  11. Avatar von Seline
    Seline

    Liebe Martina

    Besten Dank für deine Ehrlichkeit und Offenheit. Es sollte definitiv mehr darüber gesprochen werden, damit frau sich nicht alleine fühlt.

    Nach meiner ersten Fehlgeburt in der 6. SSW im Januar hatte ich auch eine missed abortion bereits wieder im April in der 9. SSW. Vieles aus deiner Geschichte kommt mir bekannt vor. Ich nahm ebenfalls Tabletten, um den Abgang einzuleiten. Leider stand mir keine Hebamme zur Seite und es ging alles sehr schnell. Ich war bei der Gynäkologin zum ersten Kontrolluntersuch und erhielt die Nachricht. Aufgrund Corona war ich alleine dort und musste danach gleich ins Spital zu einer weiteren Kontrolle und Entgegennahme der Tabletten und gefühlt 10 Packungen Schmerzmittel – alleine. Danach die 30-40 minütige Heimfahrt im Auto – immer noch alleine. Empathie der Ärzte im Spital war nicht vorhanden. Mein Mann wollte mich unterstützen, wollte sofort zu mir kommen und bei mir sein – doch leider durfte er aufgrund Corona nicht ins Spital kommen.

    Zu Hause angekommen konnten wir zusammen trauern. Doch der Abgang stand mir noch bevor. Ich hoffe, dass ich das nie mehr durchmachen muss und wünsche dies keiner Frau. Zu diesem Zeitpunkt war ich nur noch am Funktionieren, erst später – ca. 1-2 Wochen – kam das Loch mit Zweifel an meinen Körper, Angst nie ein eigenes Kind in meinen Armen zu halten und so zu tun als ob alles in Ordung ist, weil nicht darüber gesprochen wird.

    In der Zwischenzeit gehe ich mit dem Thema ein wenig offener um, aber nur ein wenig. Ich habe mich auch wieder gefunden, fühle mich wohl in meinem Körper, bin glücklich und zufrieden. Dies hat aber sehr viel Zeit und intensive Auseinandersetzungen mit mir selbst gebraucht (Hypnose, Yoga, Meditation um einige zu nennen – alles selber informiert und selber berappt, nebst den teuren Arzt-/Spitalrechnungen, da Franchise bei 2500.-).

    Leider hat es bis anhin nicht wieder geklappt, ich bin aber optimistischer als je zuvor und hoffe das andere Frauen ebenfalls ihren Weg finden, die Fehlgeburt(en) zu verarbeiten.

    Eigentlich wollte ich nicht so viel schreiben, aber war so im Flow. Danke nochmals für deine Geschichte.

    Liebe Grüsse
    Seline

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Seline

      Danke, dass du deine Geschichte hier teilst! Das zu Lesen macht mich traurig. Als wärs nicht genug, den Verlust an sich und den Abgang erleben zu müssen. Dann warst du auch noch so lange alleine und wurdest nicht gut betreut. Und am Schluss die Arztrechnung.
      Da läuft noch ganz vieles falsch, finde ich.
      Ich drücke euch so, so fest die Daumen, dass ihr bald eine gesunde, komplikationslose Schwangerschaft erleben dürft!
      Alles Gute
      Martina

  12. Avatar von Patty
    Patty

    Ich weiss wie Du dich fühlst und fühle mit. Eigentlich haben wir 7 Kinder. 4 von Ihnen sind aber gegangen bevor wir sie kennenlernen durften. 3 von ihnen waren Missed Aborte. Beim ersten (die aller erste ss) war es zwar unverständlich aber ich bin drüber hinweg gekommen. Vermutlich auch weil ich schnell wieder schwanger werden durfte. Die letzte im sept 20 war in der 14ssw und die riss mich völlig aus der Bahn. Aber da kam zum glück auch unsere kleine Zuckermaus kurz danach zu uns.
    Ich hatte bei allen MA eine Curettage. War für mein Seelenfrieden besser konnte schneller „abschliessen“. Die 4 sterndli sehe ich jetzt als Schutzengel für meine drei Regenbogenkinder sie werden immer einen teil von uns sein.

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Patty
      Das tut mir so weh zu lesen, dass du das viermal durchmachen musstest.
      Ich glaube auch, jede Frau muss für sich spüren, welche Form des Abgangs (abwarten, Tabletten, Curettage) für sie am besten stimmt.
      Ich wünsche dir mit deinen drei Regenbogenkindern und vier Schutzengeln alles, alles Gute!
      Martina

  13. Avatar von steffi
    steffi

    Ich kann dich so gut verstehen, wir haben eine ähnliche Geschichte in unser Lebensbuch geschrieben.
    Ich bin unseren Hebammen so unendlich dankbar für ihren Beistand und ihre Fragen in dieser schwierigen Zeit.
    Das Schöne ist, dass ich mit den gleichen Hebammen unsere zwei weiteren Kinder gesund und munter auf die Welt bringen konnte <3

    Danke für das Teilen deiner Geschichte.

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe steffi

      Danke auch für deine Geschichte! Solche Berichte machen Mut. Es kann eben auch gut kommen 🙂
      So schön, dass du von deinen Hebammen so viel Unterstützung erfahren durftest!
      Ich werde meiner Hebamme auch ewig dankbar sein dafür.
      Alles Gute
      Martina

  14. Avatar von Sternenmama
    Sternenmama

    Ich kann mich mimi nur anschliessen, meine Geschichte hört sich fast gleich an.. auch 2. Kind, absolut überzeugt von meiner Schwangerschaft, Müdigkeit, Übelkeit, alles wie gehabt und voller Vorfreude zum Ultraschall… es ist unglaublich traurig und surreal wenn man es dann erfährt, dass da nichts ist😢😰 alles Gute euch💓

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Sternenmama
      Das macht mich jedes Mal traurig, wenn ich solche Geschichten lese.
      Ich wünsche dir und euch ganz fest, dass ihr bal euer zweites/drittes Kind in den Armen halten dürft!
      Alles Gute
      Martina

  15. Avatar von Manuela Knecht
    Manuela Knecht

    Liebe Martina, vielen Dank für Deine Geschichte. Ich hoffe, Deine Worte erreichen möglichst viele Menschen und geben einerseits Trost – so wie mir – weil man sich nicht mehr alleine fühlt mit ähnlichen Fragen, und andererseits sollte Deine Geschichte auch zum Nachdenken anregen und Mitgefühl und Verständnis auslösen. Mir hat man mehrmals das Gefühl gegeben (sogar der Frauenarzt!), ein früher Abort sei einfach die Natur, die ihren Job macht und einen Fehler korrigiert. Aber für mich war es mein absolutes Wunschkind, das nicht bei mir bleiben durfte nach über 2 Jahren erfolglosen Versuchens schwanger zu werden. Jede und jeder hat das Recht so zu trauern, wie er oder sie es für richtig hält.

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Manuela
      Ich finde, du hast genau recht: Jede und jeder trauert anders und jede Art zu Trauern ist richtig.
      Ich hoffe sehr, du hast in deinem Umfeld ganz viele liebe Menschen, die dich tragen und dich auf deine Art trauern lassen.
      Alles Liebe
      Martina

  16. Avatar von Julia
    Julia

    Ja, auch ich kenne genau diese Situation. Leider wurde ich nach dem “Befund” nicht begleitet. Als ich mein erstes Kind verloren habe, war ich am arbeiten. Alleine. Dabei Verantwortung für drei Kinder.
    Völlig unvorbereitet und überrascht. Niemand hat mir gesagt wie das geht. Ich habe mir immer gesagt, dass sei nicht schlimm, so viele Frauen erleben das und ich habe mein Kind ja schliesslich schon in der 8. SSW verloren. Auch aus dem Umfeld habe ich oft gehört, ich solle froh sein, dass ichs so früh verloren hätte…

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Julia
      Die Umstände, unter denen du dein Kind ziehen lassen musstest, tun mir sehr leid. Das muss richtig schlimm gewesen sein. Und dann noch die gut gemeinten Kommentare, die dich in dieser Situation sicher nur noch mehr verletzt haben.
      Ich hoffe sehr, dass du später oder auch jetzt Menschen findest, mit denen du reden und verarbeiten kannst.
      Ich wünsche dir alles Gute!
      Martina

  17. Avatar von E.
    E.

    Danke! Sehr schön geschrieben…ich habe genau das gleiche erlebt und die gleiche Gefühle/Gedanken gehabt, aber hätte nie so schön in Worte fassen können.
    Ich habe zwar damit gerechnet, da mein Bauchgefühl es mir gesagt hatte, trotzdem war ich sehr traurig. Mann kann sich drauf einfach nicht vorbereiten.
    Es wäre genau jetzt soweit…:-(

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe E.
      Die Zeit des Geburtstermins war für mich auch schwer und nochmals ein richtig schwarzer Tag. Aber diesen Tag hinter mich zu bringen, hat mich in der Trauerarbeit auch nochmals weiter gebracht. Seither ist es irgendwie “einfacher”.
      Ich wünsche dir das auch!
      Und ich wünsche dir vor allem, dass du bald dein Kind in den Armen halten darfst.
      Alles Gute!
      Martina

  18. Avatar von Sylvia
    Sylvia

    Danke fürs Erzählen deiner Geschichte und das Brechen eines Tabus.
    Unsere Sterne sind keines, denn sie gehören zu unsere Lebensgeschichte!
    Ich habe meinen Stern in der 12. SSW ziehen lassen und kann mich gut sehr gut an das Gefühl erinnern, als ich auf dem US sah, dass da kein Herzschlag mehr war. Ich konnte es nicht begreifen und riss mir den Boden unter den Füssen weg. Hatte es doch in der 7.Ssw geschlagen.

    Was gerade begonnen hatte war schon wieder vorbei…wie gerne hätte ich dich im Leben hier draussen begleitet…
    Lias du gehörst immer zu uns und hast in unserer Familie mit deinen beiden grossen Geschwistern und deiner Regenbogenschwester immer einen Platz. Du bist nicht vergessen!

    Mein Grosser erzählt übrigens oft von Lias und fragt was er wohl gerade macht 🙂

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Sylvia
      Ich finde das wunderschön, wie ihr Lias zu einem Teil eurer Familie macht, auch wenn ihr ihn nie kennenlernen durftet!
      Und du hast recht: Unsere Sternchen gehören zu uns dazu.
      Alles Liebe deiner ganzen Familie!
      Martina

  19. Avatar von NYAH
    NYAH

    Ich fühle mit dir, fühl dich gedrückt! Genau so erging es mir damals auch in SSW10, mit unserem ersten Kind. Ich musste jedoch gleich am nächsten Tag zur Ausschabung. Das Zimmer musste ich mir anfangs mit einer frisch gewordenen Mutter teilen, sehr rücksichtsvoll… Niemand sagte mir was von Nachwehen beim Spitslaustritt, keine Schmerztabletten und nichts hat man mir mitgegeben. Hoffe ganz fest, dass man heute besser unterstützt wird!
    Durfte dann 14 Monate später endlich ein gesundes Kind in den Armen halten. Aber vergessen werde ich das nie! Der Schmerz war riesengross, und ich weine auch heute 14 Jahre später
    noch beim lesen von solchen Berichten.

    Wünsche dir, dass du bald ein 2. Wunder an der Hand halten darfst.

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liene Nyah
      Ich stelle mir das schrecklich vor, wenn man wie du keine richtige Begleitung und Betreuung bekommt. Da fühltest du dich sicher doppelt alleine. Der Verlust geht so tief…
      Wie schön, dass du dann aber doch noch eine gesunde Schwangerschaft erleben durftest!
      Wir haben auch schnell wieder Glück gehabt, wenn alles gut geht, kommt unser 2. Wunder ziemlich genau ein Jahr nach der Fehlgeburt zur Welt.
      Alles Liebe dir und deiner Familie
      Martina

  20. Avatar von Wenger
    Wenger

    Du schreibst mir direkt aus dem Herzen. Genau dasselbe ist mir auch passiert. Habe die tabletten zwei mal einnehmen müssen, da es beim ersten Mal nicht funktioniert hat :,(
    14 Monate üben wir nun schon, hatten soo Freude, dass es endlich geklappt hat.
    Aber wie bei dir, war kein Herzschlag zu sehen bei unserem Schatz..
    Fühl dich gedrückt.

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Wenger
      Bei mir hat auch erst die zweite Dosis was ausgelöst… Das machts nicht einfacher, gell.
      Ich drücke euch ganz, ganz fest die Daumen, dass es bald wieder klappt und dass ihr mit Zuversicht nach Vorne schauen könnt!!
      Alles Liebe
      Martina

  21. Avatar von Marlene
    Marlene

    Danke für deine Offenheit!
    Ich hatte innerhalb von 10 Monaten drei frühe Fehlgeburten. 2x eine MA, 1x spontaner Abort. Ich wusste es jedes Mal, bevor ich es im Ultraschall sah. Nur schob ich beim ersten Mal diesen Gedanken grad wieder so weit weg und verstaute ihn tief tief, dass ich aus allen Wolken fiel und die Welt nicht verstand, als meine Ärztin diese Worte sagte: Da ist kein Herzschlag.
    Es waren meine ersten drei Kinder, so kurz sie auch bei mir waren. Mir hat geholfen, zu wissen, dass mein Körper funktioniert, wie er soll und eigentlich alles richtig gemacht hat, nämlich das nicht Lebensfähige wieder gehen lassen, auch wenn es alles andere als das war, was ich wollte, dass er tut. Ich weiss, dass dieser Gedanke nicht für alle tröstlich ist, aber für mich hat er mein Vetrauen in meinen Körper gestärkt. Ich habe gelernt, dass ich auf mein Bauchgefühl hören kann und soll. Was bei der nächsten Schwangerschaft extrem schwierig war. Mein Mann sagte immer: Du wusstest bei den vorherigen Schwangerschaften, dass etwas nicht stimmt. Dieses Mal sagt dein Bauch etwas anderes. Vertrau ihm doch!
    Das ging erst so nach der 25. Woche. Tja, und heute haben wir nebst den drei Sternenkindern zwei gesunde Erdenkinder. Ich bin dankbar für alle fünf!

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Marlene

      Danke, dass du deine Geschichte teilst!
      Das Ganze gleich dreimal erleben zu müssen, stelle ich mir unglaublich hart vor. Es tut mir so leid!
      Auch mir hat der Gedanke geholfen, dass mein Körper genau wusste, was er da tut. Auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte.
      Ich wünsche dir alles Gute mit deinen fünf Kindern im Herzen und auf der Erde!
      Martina

  22. Avatar von mimi
    mimi

    Vielen Dank für diese wundervolle Erzählung und deine ehrlichen und offenen Worte.
    Ich kenne diese Geschichte 1 zu 1 von mir selber und fühle mit dir. Unser Körper ist ein Wunder – auch wenn es in diesem Moment so furchtbar schrecklich ist, dass er erkennt, dass es für dieses kleine Wesen kein Leben gibt.

    Lasst uns unsere Sternchen im Herzen tragen und voller Zuversicht in eine Zukunft mit einer positiven Schwangerschaft und Geburt blicken!

    In Liebe
    mimi

    1. Avatar von Martina
      Martina

      Liebe Mimi
      Es tut mir so leid, dass du das erleben musstest.
      Auch wenn unsere Sternchen einen anderen Weg gegangen sind, als wir uns das gewünscht hatten, sie gehören trotzdem zu uns.
      Ich wünsche dir alles, alles Gute!
      Martina