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Eingesperrt in der Mütter-Schublade: Sexismus am Arbeitsplatz

Von der gläsernen Decke in die Mütter-Schublade: Mütter werden nach ihrer Rückkehr in den Beruf oft zurückgebunden. Ein Erfahrungsbericht über Diskriminierung und Sexismus am Arbeitsplatz in der Schweiz.

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Text: anonym

Frau mit Felsbrocken an einer Kette um ihren Fuss. - Sexismus und Diskriminierung am Arbeitsplatz: Eingesperrt in die Mütter-Schublade

Mein Mann hatte einen neuen Job – in der Schweiz. Und so zogen wir mit Kind und Kegel aus den USA in die neue Heimat. Ich freute mich, als ich tatsächlich eine Kaderstelle in Teilzeit antreten durfte. Zunächst lief alles super… Aber dann begannen einige seltsame Dinge zu passieren.

Zum ersten Mal in meinem Berufsleben begegnete ich Sexismus. Ich erzähle hier meine Geschichte, um herauszufinden, ob andere Frauen ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Alle identifizierenden Details werde ich auslassen, weil ich niemanden an den Pranger stellen möchte.

Das ist meine Geschichte – eine von vielen.

Man hatte mich bereits gewarnt, dass Frauen am Arbeitsplatz oft subtil oder direkt diskriminiert werden in der Schweiz. Aber ich machte mir deswegen keine Sorgen – ich freute mich, dass Teilzeitarbeit für Mütter recht weit verbreitet war und dass eine gute Work-Life-Balance geschätzt wurde.

Ich hatte auch meinen Beruf in den Staaten geliebt, denn ich hatte das grosse Glück, die Verantwortung einer Führungsposition mit Zeit für meine Kinder vereinen zu können – der Preis dafür war jedoch, dass ich fast jede kinderfreie Stunde hatte arbeiten müssen.

Mein Chef in der Schweiz war clever und charmant. Unsere Arbeit brachte einen sozialen Nutzen und war intellektuell anspruchsvoll. Meine Kollegen – hauptsächlich junge Männer – hiessen mich willkommen und waren nette, smarte Mitarbeiter. Und ich fand es liebenswert, wenn auch etwas überraschend, wie entgegenkommend mein Chef in Bezug auf meine Kinder-Termine war.

Ich selbst, aber weichgespült

An unserem ersten, grossen Projekt arbeitete ich hart und lange – sogar während der Schulferien – damit wir unsere Deadline einhalten konnten. Meine Leistung war gut, mein Chef war zufrieden. Umso seltsamer, was als Nächstes passierte.

Zunächst schob ich mein schlechtes Bauchgefühl auf die kulturellen Unterschiede und dachte, dass ich mich mehr anstrengen müsse, um mich an die Schweizer Kultur anzupassen. Mir war bewusst, dass die Eigenschaften, die Schweizer an Amerikanern bewundern, die gleichen sind, die sie an ihnen kritisieren: Sind Amerikaner selbstbewusst oder arrogant? Kreativ oder nachlässig? Dynamisch oder einfach laut?

Ich arbeitete hart daran, das, was ich als mein «Amerikanertum» empfand, zu vermindern: meine Offenheit, Direktheit, Kreativität, meinen Ehrgeiz und meine Vorliebe dafür, lange zu arbeiten, auch in der Mittagspause und an Wochenenden. Ich war ich selbst, aber weichgespült, mit heruntergedrehter Lautstärke.

Mehr Verantwortung – wenn die Kinder älter sind

Ich hatte trotzdem noch immer das Gefühl, dass irgendetwas «falsch» war.

Mein Chef teilte mir regelmässig Arbeit zu, die für jemanden mit wesentlich weniger Berufserfahrung angemessen gewesen wäre.

Währenddessen blieb jede Menge anspruchsvoller Arbeit, die genau mein Ding gewesen wäre, einfach liegen. Als ich ihm vorschlug, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, schien ihm das unangenehm zu sein. Er sagte mir, dass ich vielleicht mehr Verantwortung übernehmen könne, wenn meine Kinder älter seien. Ich brachte nicht mehr als ein «Danke» hervor – ich war perplex.

Seine früheren Versprechen, dass ich mich weiterentwickeln könne, waren vergessen. Er antwortete nicht mehr auf E-Mails, fing an, mich von Meetings auszuschliessen. Als ich ihn ausdrücklich darum bat, durfte ich ihn und einen anderen Kollegen auf eine Konferenz begleiten, die direkt mit meiner Arbeit zusammenhing, aber es wurde mir deutlich gemacht, dass ich mich aus Gesprächen in der Kaffeepause herauszuhalten hätte und erst recht aus den wichtigen Meetings.

Eingesperrt in der Mütter-Schublade

Ich hatte nicht nur das Gefühl, an die gläserne Decke zu stossen, sondern in eine Schublade gesteckt worden zu sein – ich nenne sie inzwischen «die Mütter-Schublade». Solange ich mich innerhalb dieser Grenzen bewegte, mochte mein Chef mich. Und eigentlich war es bequem: Ich wurde gut bezahlt, war nicht überarbeitet und jeder war freundlich zu mir.

Aber sobald ich es wagte, mich aus der mir zugewiesenen Schublade herauszulehnen, wurde ich zurückgescheucht.

Konnte mein Chef nicht erkennen, dass wir im gleichen Team waren? Und keine Konkurrenten? Dass es ihm helfen würde, wenn ich hart arbeitete und mehr Verantwortung übernahm? Ich ging davon aus, dass ich das Problem war, dass ich etwas falsch machte. Also tat ich, was Frauen oft tun: Ich zweifelte an mir selbst und strengte mich noch mehr an.

Ich sagte zu meinen Chef: «Ich bin sehr dankbar, dass Sie meine familiären Verpflichtungen so sehr respektieren, aber bitte behandeln Sie mich wie einen der Jungs.» (Nicht einmal, als ich diesen Satz aussprach, kam es mir in den Sinn, dass die Situation tatsächlich mit meinem Geschlecht zusammenhängen könnte.)

Das Fass war am überlaufen, als der Name meines Chefs unter meiner Arbeit stand – meiner aber komplett fehlte. Ich fragte, ob ich als Co-Autorin genannt werden könne, doch er meinte nur «Nein» und schob eine fadenscheinige Erklärung nach. Da ich noch immer bemüht war, es mir mit ihm nicht zu verscherzen, gab ich nach.

Eine «schwierige Frau»

Als ich mich endlich, Wochen später, dagegen wehrte, ständig ausgeschlossen zu werden, erklärte mein Chef mir seine Sichtweise: Ich arbeitete zu schnell, dachte, ich sei zu gut für den Job und redete zu viel über meine vorherigen Erfahrungen. Er fügte an, dass die anderen Amerikaner, die er kenne (allesamt Männer!), bescheidener seien als ich.

Diese Kritik sass. Nicht, weil sie wahr war, sondern weil es nichts gab, das ich daran ändern konnte. Ehrgeiz, harte Arbeit, Effizienz, Kreativität, Initiative und Leidenschaft.

Genau die Qualitäten, die er an Männern schätzte, machte er mir zum Vorwurf.

Wenn ich die Situation akzeptierte, würde ich für immer in die Mütter-Schublade gesteckt – wo es zwar warm und gemütlich ist, die Arbeit nicht allzu anspruchsvoll. Aber wenn ich darauf bestand, meine Fähigkeiten voll auszuschöpfen, kam jene Kritik, die starke Frauen auf der ganzen Welt zu hören bekommen: zu ehrgeizig, arrogant, aufdringlich, herrisch, und auf einmal gar nicht mehr so warm.

Ich würde das werden, was in den USA und in der Schweiz vielleicht sogar noch mehr gefürchtet wird: «eine schwierige Frau».

Als Teilzeit arbeitende Mutter hatte ich gefälligst dankbar zu sein für das, was man mir gönnte. Happy in meiner Schublade.

Mein Chef ist ein «nice guy» und hält sich selbstverständlich nicht für einen Sexisten. Trotzdem wird er nicht nur andere Frauen, mit denen er arbeitet, ausbremsen, sondern auch sich selbst: Talentierte Frauen werden entweder die geringen Erwartungen an sie verinnerlichen und keine Leistung bringen – oder sie werden gehen. (Weitere Artikel zu dieser Problematik hier, hier und hier.)

Diskriminierungen von Müttern – ein Spiel, das wir nicht gewinnen können

Ich begann, Schweizer und Nicht-Schweizer Mütter nach ihren Erfahrungen zu fragen. Meine Stichprobe war winzig, aber beinahe jede berufstätige Mutter hatte eine ähnliche Geschichte zu erzählen. Forschungsergebnisse lassen darauf schliessen, dass es sich dabei nicht um Ausnahmen handelt. Das Muttersein bringt uns in eine Position, aus der wir nicht gewinnen können. (Einige dieser Probleme werden in diesem und diesem Artikel besprochen.)

Für mich persönlich bedeutet die Erfahrung, dass ich zum Thema Geschlechterdiskriminierung nicht länger schulterzuckend «nicht mein Problem» sagen kann. Ich finde es nicht mehr fair, die Vorteile des Feminismus zu geniessen, ohne selbst etwas dazu beizutragen.

Ich habe zum Beispiel angefangen, in Meetings auf «Mansplaining» hinzuweisen. Es bedeutet auch, dass ich die Konsequenzen ziehe. Ich kündige meinen Job, verlasse die Mütter-Schublade, um mir etwas Eigenes aufzubauen.

Aus der Schublade ausgebrochen

Falls das jetzt einfach klingt – das ist es nicht. Als mein Chef mir sagte, ich sei arrogant, kamen mir die Tränen. Peinlich, vielleicht. Aber dann sagte ich etwas, womit ich eigentlich selbst nicht gerechnet hatte:

Sie müssen nicht alles an mir mögen, aber ich werde mein Licht nicht wegen Ihnen unter den Scheffel stellen.

Vielleicht war das in einem Land, das wenig wert auf Drama legt, ein wenig zu viel davon. Aber die Wahrheit ist: Auf dieser Welt ist genug Platz für die Leistung meines Chefs und auch für meine. Die Herausforderungen unserer heutigen Lebensrealität sind so übermächtig, dass wir es uns schlicht nicht leisten können, die Kreativität, den Ehrgeiz und die Führungskompetenz der halben Bevölkerung (!) ausser Acht zu lassen.

Frauen – einschliesslich Mütter – in eine Schublade zu sperren, ist unnötig, gemein und irrational. Aber was noch schlimmer ist: Es ist die reinste Verschwendung. Es gibt schon genügend Dunkelheit auf dieser Welt, wir brauchen alle Scheinwerfer, die wir kriegen können.


Informationen zum Beitrag

Dieser Beitrag erschien erstmals am 18. September 2018 bei Any Working Mom, auf www.anyworkingmom.com. Seit März 2024 heissen wir mal ehrlich und sind auf www.mal-ehrlich.ch zu finden.

Die Autorin möchte anonym bleiben, weil sie niemanden an den Pranger stellen will. Sie ist eine in den USA geborene Mutter, die mit ihrer Familie in der Schweiz lebt.


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31 Antworten

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  1. Avatar von caro
    caro

    mich machen diese geschichten so müde, sprachlos und frustriert! die schweiz ist einfach diesbezüglich ein entwicklungsland. und es bessert sich einfach nichts!
    ich habe selber zwei kleine kinder und eine führungsposition zu 80%. meine chefs (m u w) waren bisher meistens easy bis auf einen spruch oder zwei, aber sie sind auch an einem anderen standort und haben glücklicherweise wenig kontrolle. ich versuche meinen mitarbeitenden vorzuleben, dass es geht, und habe auch verschiedene mütter in meinem team, die ich unterstütze. vorwürfe wegen kranker kinder würden mir nicht im leben in den sinn kommen. das verständnis der (kinderlosen) mitarbeitenden ist aber nicht immer gegeben…
    ich hadere vielmehr im privatleben, wo ich immer wieder höre wie “happig” das doch sei, “isch 80% nid chli viel?” und ich hasse die kitafeindlichkeit in der schweiz (“mini chind sind sicher nid inere kita”) die kita ist was vom besten was meinen kindern passieren kann. aber f***ing teuer ist sie, ja.
    da ich mich gerade in einer trennung befinde habe ich aber auch angst jetzt noch mehr in die mütterschublade zu fallen. mein engstes team weiss bescheid, meine chefs vorläufig nicht.

  2. Avatar von AF
    AF

    Mit knapp 30 ist man im gebärfähigen Alter. Mein Arbeitgeber denkt bereits heute an meine riesige, zukünftige Kinderschar.
    Ich kämpfe schon mit diesem Thema, obwohl ich noch keine Kinder habe! In unserem Betrieb sind die drei höchsten Stellen von Männern besetzt, so weit so gut. Der Chef und ich machen gemeinsam die selbe Ausbildung (die höchste in unserem Fachgebiet). Sein Stv. und dessen Stv. haben beide keine Ausbildung in unserer Branche. Also stehe ich Ausbildungstechnisch am selben Ort wie der Chef und weit über den beiden Stv., in der Realität bin ich jedoch mit einer Kollegin an vierter und zweitletzter Stelle eingestuft. Ich habe bereits mehrfach gefragt, wie meine Zukunft aussehen solle. Die Rückmeldung kam jeweils rasch, ich könne noch einige Leitfäden schreiben und eine Ausbildung sei kein Grund eine höhere Stellung zu erhalten, schon gar nicht mehr Lohn. Also habe ich gefragt, wieso mir die Firma denn meine Ausbildung finanziere, wenn sie mich nicht fördern möchten. “Wir haben nie gewollt, dass du diese Ausbildung machst, es war dein Wunsch!” Diese Aussage hat mir dann doch die Sprache verschlagen.

    Ja ich möchte in einigen Jahren Kinder haben, jedoch mit meinem Partner zusammen. Wir stellen uns eine gemeinsame Betreuung vor, auch aus dem Grund, dass ich deutlich mehr verdiene und nicht so intensive Ausbildungen gemacht habe, um nicht auf diesem Beruf zu arbeiten. Wir werden bald heiraten, ich habe dies im Betrieb jedoch noch nicht gesagt, weil ja sonst die Familienplanung noch viel früher kommen könnte.. (Augenverdreh)

  3. Avatar von FM
    FM

    … Auch fast fünf Jahre später hat sich nicht viel verändert… 😒 Ich habe den leisen, unsichtbaren Abstieg in die unterste Mutterschublade auch erlebt und habe nach mehr als 15 Jahren meine Anstellung in einem typischen Männerberuf gekündigt. Erst später, in einem Kurs zum Gleichstellungsgesetz, bekam ich die Bestätigung, dass es Diskriminierung war. Genützt hätte eine Meldung bei der Schlichtungsstelle nichts (mehr), der Schaden war schon angerichtet, die Konsequenzen für Arbeitgeber sind sowieso verhältnismässig lächerlich. Und: Nicht nur Männer füllen die Mutterschublade, auch einige Frauen, was mich total beelendet. Es bleibt uns „Schwestern“ einzig der gemeinsame Protest und die Einforderung unserer Würde und unsere Rechte in der Gesellschaft, z.B. auf diesem Weg. Merci AWM 😘

  4. Avatar von Suzette3000
    Suzette3000

    Wenn ich das lese, wird mir schon ein bisschen kötzelig… Ich arbeitete vor der Geburt meines ersten Kindes als stv. Abteilungsleiterin in einem sozialen Unternehmen. Eine Kollegin (gleiche Funktion, andere Abteilung) kam nach dem Mutterschaftsurlaub in einem Teilpensum zurück. Ich ging davon aus, dass auch ich diese Option habe.
    Mein Chef sagte mir, er würde sich das überlegen. Natürlich wollte ich den Job behalten, strengte mich an und fehlte nie. Die Arzttermine organisierte ich in der Freizeit. Im siebten Schwangerschaftsmonat verkündete er mir, dass ich mein Pensum in dieser Position nicht reduzieren könne, weil ich den Kunden so nicht immer für Auskünfte zur Verfügung stünde. Ich kannte den Betrieb gut genug, um ihm dreissig Lösungsvorschläge für sein Problem aufzuzeigen. Doch von JobSharing, Organisation und Telefonie wollte er nichts wissen, er sagte nur: „Jetzt werde doch einfach erstmal Mutter“

    Ich konnte ich nicht glauben, dass sowas recht ist und kontaktierte die Rechtsschutzversicherung, die Schlichtungsstelle für Gleichstellungsfragen und das SECO. Niemand wollte/konnte etwas unternehmen. Da frage ich mich: Welchen Zweck erfüllt eigentlich dieses Gleichstellungsgesetz?

  5. Avatar von AA
    AA

    Kenne ich! Hatte vor meiner Schwangerschaft die Gruppenleitung eines Teams in der Pflege. Die Abmachung war ursprünglich, dass ich nach 6 Monaten Pause wieder mit einem 60% Pensum starte mit der Möglichkeit, die Gruppenleitung zu behalten. Kurz vor dem Geburtstermin hiess es dann, ich könne die Leitung doch nicht machen, da ich ja dann mit Kind bestimmt andere Prioritäten haben werde und meine Energie anderweitig brauche. Meine Chefin ist eine Frau….

  6. Avatar von ND
    ND

    Ich mit dem 2. Kind schwanger – eingestellt nach dem 1. Kind aber auch intiativ, kritisch und engagiert. Das war wohl nicht gefragt…..deshalb wurde mir mit der 2. Schwangerschaft mitgeteilt dass man umstrukturiere (egal wie ich es wendete oder drehte, ich hatte da keinen Platz mehr – haben sollen) Ihr Mütter müsst euch endlich entscheiden, wollt ihr arbeiten ODER Kinder……und mal
    ehrlich, dann ist das Kind da und du fehlst wieder ständig weils krank ist (und das von einem kinderlosen Chef der weitaus öfter fehlte aus allerlei
    gründen als ich) – das musste ich mir anhören…..Diskriminierung sondergleichen, von Anfang an als engagierte Frau, gegipfelt als Schwangere diskriminierte. Mein Motto: Karma is a bitch =) alles kommt zurück, irgendwie, irgendwann!

  7. Avatar von Enomis
    Enomis

    Tja, was soll ich sagen- same here.. Ich hatte 8 Jahre lang eine Abteilung in einem neuen Unternehmensbereich aufgebaut und war trotz Männerbranche überall akzeptiert und geschätzt. Als die anstrengende Aufbauarbeit abgeschlossen war und mein Bereich reibungslos funktionierte, habe ich beschlossen mich mal um mein Privatleben zu kümmern und ein Kind bekommen. Ursprünglich dachte ich, dass ich nach 6 Monaten wieder mit 60% wieder anfangen könnte.. mein kinderloser Chef hat zwar problemlos zugestimmt als ich dann aber doch erstmal nur 20% zurückkehren wollte, bis ich mit 10 Monaten auf 60% aufgestockt habe. Leider war diese Meinungsänderung dann aber die Begründung dafür, mich in der Folge konsequent aufs Abstellgleis zu schieben und meiner (selbstorganisierten!) Mutterschutz-Vertretung meinen alten Job dauerhaft zu geben. Ich bin dann bei 60% geblieben obwohl ich zu 80% bereit gewesen wäre. Nach einem Jahr konnte ich zum Glück intern wechseln und habe nun einen sehr guten Chef. Leider fehlt mir die Erfüllung der alten Aufgabe und dass es nach meinem Weggang in der alten Abteilung sehr chaotisch wurde und vieles nicht mehr rund läuft gibt nur wenig Genugtuung.. Es stimmt mich eher traurig wie alles gelaufen ist 😞

  8. Avatar von dgdg
    dgdg

    Was soll ich nur dazu sagen …
    Ich habe eine Chefin,ja weiblich, die ebenfalls alle Mütter ausbremst. Ich arbeite in einer weiblich dominierten Branche. Alles was mehr als 70% arbeitet wird gehypt bis zur Unendlichkeit. Sobald Kinder dazu kommen, wird egal in welchem Arbeitspensum, man total ignoriert. Vorherige Leistungen sind vergessen.

  9. Avatar von Swiss-Working-Mom
    Swiss-Working-Mom

    Danke für den tollen und treffenden Artikel! Ich habe in einem sozialen Beruf 100% gearbeitet, nach Verkünden meiner Schwangerschaft bekam ich zu hören, ich hätte mich ja somit entschieden, ob Kind oder Karriere.
    Ich wollte 80% retour, da die Aufteilung und Arbeit eh gleich bleiben würde und mein Mann arbeitet ebenfalls 80%. Nach der Geburt wurde mir gesagt, mit einem Kita-Kind, das eh viel krank sein wird, sei die Frage, ob ich überhaupt zurück kommen möchte und sonst gäbe es nur noch max.50% für mich ohne Projektarbeit etc.
    Ich habe dann gekündigt und mir nun eine 80% Stelle gesucht, bei der ich nicht mal gefragt wurde, wie ich das organisieren will, sondern sehr offen empfangen wurde.

  10. Avatar von J
    J

    Mich interessiert, wem ihre Arbeitstelle nach dem Mutterschaftsurlaub gekündigt wurde…?
    Hatte meinen Urlaub um zwei Monate verlängert, alles mit dem Chef mündlich besprochen. Hatte mir zugesichert, dass ich 40% wieder einsteigen kann, Tage frei wählbar. Als es dann ums organisatorische ging und ich per Mail Kontakt suchte, erhielt ich keine Antwort. Auch Anrufe und Sms blieben unbeantwortet. Daher ging ich persönlich vorbei, stellte den Chef zur Rede. Er meinte, er sei sich unsicher ob er mich noch wolle, ich sei ja jetzt Mutter und unflexibel. Er wolle dieses “Risiko” in seinem Betrieb nicht haben..
    Hab dann aus Protest und noch etwas restlichem Stolz selber gekündigt resp. in “einvernehmlichem”… Da wir aber aus finanziellen Gründen auf mein Einkommen angewiesen waren, suchte ich wieder im Gesundheitswesen eine Stelle. Obwohl grosser Personalmangel herrscht, wurde ich bei fast allen Stellen abgewiesen, weil ich fixe Arbeitstage suchte. Hab mich dann mit einer weniger interessanten Stelle “zufrieden” gegeben.
    Eine Freundin von mir hat das sogar nach beiden Geburten erlebt!

  11. Avatar von A. S.
    A. S.

    “zu ehrgeizig, arrogant, aufdringlich, herrisch”: genau diese Kritik bekam ich von meinem Chef zu hören, auch ganz ohne Kinder zu haben, einfach als Frau, die etwas leistet und leisten will. Strengt man sich als Frau an und möchte etwas erreichen, wird man als bossy, pushy, zu fordernd auf seinen Platz verwiesen (bedeutet im Bildungsbereich: keine unbefristeten hohen Pensen, tiefere Lohnklassen, keine Projekte, keine Verantwortung usw.). Es ist zum Heulen, denn wenn Männer dasselbe machen, wird es sofort positiv gedeuet: durchsetzungsfähig, stark, motiviert, präsent. Widerspreche ich meinem Chef als Frau heisst es “ein solcher Tonfall wird nicht geduldet” und ich solle gefälligst dankbar sein, dass ich überhaupt hier arbeiten könne — bei meinem männlichen Kollegen ist das “steht für seine Meinung ein”, “unbeirrbar”, “zeigt Führungsstärke”. Ich habe mich jahrelang mit der Geschlechterthematik beschäftigt, aber hier weiss ich wirklich auch nicht mehr weiter.

  12. Avatar von N.B.
    N.B.

    Meine Erfahrung ist ebenfalls, dass man als Mutter bei den interessanten Aufgaben übergangen wird. Und obwohl man immer wieder sagt, dass man mehr Verantwortung übernehmen möchte, heisst es dann hinterher, frau hätte sich ja nicht genügend darum gerissen. Also bekommt es der neue Kollege. Oder der jüngere Kollege… Oder auch, dass Meetings, die einen direkt betreffen, auf den einzigen freien Tag in der Woche gelegt werden und man sich die Informationen dann mühsam zusammensuchen muss. Oder dass man bei Dokumentationen plötzlich Co-Autoren bekommt, die überhaupt nichts beigetragen haben. Und die Frage, wie ich als Mutter die Kinderbetreuung denn so organisiere und ob’s mir nicht zu viel wäre bringt mich auf die Palme. Wenn mein Mann das überhaupt gefragt wird, dann wird er dafür bewundert, dass er einen Tag die Woche die Kinder betreut (so wie ich auch). Bei mir wird erwartet, dass ich dabei zusammenklappe, “weil also mir wär das ja viel zu viel, da würde ich meine Kinder ja nicht aufwachsen sehen”.

  13. Avatar von Ester
    Ester

    Meine Chefin ist weiblich und hat selber 2 Kinder, die inzwischen erwachsen sind und trotzdem hat sie genau die gleichen Züge. Sie scheint vergessen zu haben, wie es war. Letzthin hat sie einer Arbeitskollegin, die schwanger ist, verkündet, sie dürfe also auch kündigen. Oder vorher hat sie sie gefragt, ob sie mit den Gedanken überhaupt noch hier ist oder nur noch beim Baby….
    Und als ich ein einziges Mal zu Hause blieb, da eines meiner Kinder (beide damals noch nicht im KiGaAlter). Schrieb sie doch tatsächlich, dass wir es uns nicht leisten könnten, dass es noch Ausfälle wegen kranker Kinder gäbe… Und das im Gruppenchat in dem alle andern mitgelesen haben. Ich musste mich gar nicht selber wehren, das haben meine Mitarbeiterinnen für mich erledigt…

    1. Avatar von Andrea Jansen
      Andrea Jansen

      Liebe Ester, vielen Dank für’s Teilen Deiner Erfahrung. Schade, dass das bei Euch nicht ein angenehmeres Zusammenarbeiten ist!

  14. Avatar von anymanagingmom
    anymanagingmom

    Wow krass wieviele Frauen ähnlich diskriminierende Situationen erleben – ehrlich gesagt, bin ich geschockt! Ich kann zum meisten des Geschriebenen leider beipflichten. Ich werde als “gut genug” fürs daily business betrachtet, aber wenn es um “Häppchen” geht, um Projekte mit anderen Firmen oder um Öffentlichkeitsarbeit, um die Betreuung von (ebenfalls Teilzeit-) PraktikantInnen, dann werde ich einfach so “übersehen” / gar nicht erst in Betracht gezogen. In unserer Firma arbeiten die meisten nur 10% mehr als ich, teilweise gar gleichviel Prozent wie ich…. wo bitte ist da die Fairness?

    Mir wird das ebenfalls zu bunt. Ehrlich gesagt bin ich der Meinung, eine deutlich wertvollere Mitarbeiterin zu sein, seid ich Mama bin. Mich bringt kaum was aus der Ruhe, ich bin viel flexibler geworden, verliere mich weniger im Detail, kann besser abgrenzen und schätze die Arbeit (nebst dem allem) mehr als früher. Ich bin mir zu schade, dieses Potential schlummern zu lassen und suche auch schon länger (da wie bereits von einigen geschrieben eben nicht so easy dieser Wechsel) nach einer neuen Herausforderung.

    1. Avatar von Andrea Jansen
      Andrea Jansen

      Liebe Anymanagingmom – ich kann Dich gut verstehen. Geht mir genau gleich. Seid wir diesen Text erhalten haben, und ich überall ähnliche Stories höre (auch im privaten Umfeld), werde ich immer wütender. Es muss was gehen. Und ich glaube, es kann nur etwas gehen, wenn halt überall mehr Frauen sind, und zwar Frauen, die sich solidarisieren und nicht gegeneinander ausspielen. Danke für Deinen Kommentar!

  15. Avatar von Anonymous
    Anonymous

    Liebe C.
    Einen Tipp: Hättest vielleicht nicht den Chef fragen sollen, ob er Dich in dieser Position sähe, damit zeigst Du unsicherheit. Wie hätte er wohl reagiert, wenn Du ihm vor dem bewerben informel gesagt hättest, dass Dich au den Posten bewirbst, da Du sowieso jetzt dann einen Wechsel brauchtest (Promotion, da schon lange auf dem jetztigen Posten) und dass die perfekte Gelegenheit ist?
    Echt eine Frecheit Dir zu sagen, Du solltest Dich auf Deine Familie konzentrieren!!!

  16. Avatar von C.
    C.

    Als die Pensionierung meines direkten Vorgesetzten langsam in Sichtweite kam, habe ich den nächsthöheren Chef darauf angesprochen, ob er mich in dieser Position sähe. Er meinte nur mir fehle die Führungserfahrung und ich solle mich doch auf meine Familie konzentrieren… das hat mich damals sehr getroffen. Es ist doch meine Entscheidung und meine Sache, dass ich das unter einen Hut bekomme. Mir ist erst jetzt beim Lesen des Artikels aufgefallen, dass das wohl ein klassischer Fall von Seximus war…

  17. Avatar von Mb
    Mb

    Jedesmal wenn ich so etwas lese fallen mir die vielen Situationen bei der Arbeit ein. Die Situationen wo ich mich frage ‘reagiere ich zu heftig auf das Kommentar vom Kollegen (oder sogar von einer Kollegin)?’, ‘Stimmt mein Bauchgefühl das die Person ein Problem mit mir als Frau hat und mich daher absichtlich so behandelt?’. Wie oft wir selber unser so richtiges Bauchgefühl anzweifeln ist echt schockierend und doch fallen wir selber immer wieder darauf herein, weil wir nicht die “schwierige Frau” sein wollen. Vielen Dank für den Beitrag und die Ehrlichkeit!

  18. Avatar von Claudia
    Claudia

    Bei mir nicjt ganz so krass, aber auch ähnlich. Habe nach der Geburt meines zweiten Kindes eine neue 40%-Stelle angetreten. alles bestens, meine Leistungen gut etc. Meine direkte Vorgesetzte ohne Stellvertretung, ich hätte diese sehr gerne übernommen, die anderen aus dem Team kommen nicht in Frage oder möchten nicht. Der Vorschlag wirde aber von „oben“ eiskalt abgesägt, einzige Begründung, mit einem so kleinen Pensum sei eine Funktion als stellvertretende (!) Leitung nicht möglich! Jetzt haben wir halt gar keine stv. Leitung, weil dafür jemand neu einstellen will man dann natürlich auch nicht…

  19. Avatar von CB
    CB

    Ich war neun Jahre beim gleichen Arbeitgeber. Ein sozialer Beruf, aber da ich keine geeignete Möglichkeit für die Betreuung fand, konnte ich mein Pensum nicht aufstocken. Mein Mann kann nicht mehr reduzieren. Eine Vollzeitstelle war dieser Beruf auch vorher nie. Da ich auch nicht vorhatte ein Jahr mal zu Hause zu bleiben (Vorschlag Arbeitgeber) wurde mir strukturell bedingt gekündigt. Ich habe zwar gleich wieder etwas gefunden und arbeite gerne, aber bin auch gerne Mutter. Ja ich möchte Beides! Leider ist dies ganz schwierig und ich finde es hier in der Schweiz momentan schlimm wie diese Problematik behandelt wird. Es wird oft nicht ernstgenommen oder man soll es einfach akzeptieren. Wie kann man eine Gesellschaft zu Familienfreundlichkeit leiten? Hmm ganz schwierig.

  20. Avatar von pH
    pH

    Bei mir ist es nicht so schlimm, wie hier beschrieben, aber dennoch bekannt … sozusagen in abgeschwächter Form. Und es würde NIE als Sexismus empfunden. Was mich in meinem
    Umfeld noch mehr schockiert sind die kinderlosen jungen Frauen, die ähnlich sexistisch oder gar noch sexistischer unterwegs sind als die Männer …

  21. Avatar von Anonymous
    Anonymous

    Du sprichst mir soooo aus dem Herzen! Vielen Dank für den tollen Artikel. Dieses Thema beschäftig mich ganz fest seit der Schwangerschaft. Seit der Schwangerschaft wurde ich in die Mütterschublade gesteckt. Ich fühlte mich noch nie so diskriminiert wie seither. Vorher landeten nie Betty Bossy Magazine in meinem Briefkasten! Lol. Aber nun zum Profesionellen: Nach der Geburt reduzierte ich mein Pensum um 20%, mein Pflichtenheft ist jedoch das selbe wie vorher. Meine Arbeit ist weiterhin gute Qualität und ich hab kein einziger Tag wegen dem Baby gefehlt! Hingegen fehlt mein Chef oft wegen seinen Kindern. Ich spreche nix mehr über mein Privatleben, null Bock mehr, da mich mit meinem Chef der auf modernen Familienvater macht mich auszutauschen. Bei meinem Mitarbeitergespräch wurde mir dan mehrere male gesagt wie sie es super fänden, wie ich alles unter einen Hut kriege. Das meinte mein Chef als Kompliment aber für mich war es eine riesen Beleidigung! Was sagt meine private Situation über meine Leistung? Mitarbeitergespräche sind da um über Leistungen und Arbeit zu sprechen und nicht wie ich mich als Mutter organisiere! Dies hätter er einem Mann bestimmt nicht esagt… Ich merkte auch, wie sie mich vor Dienstreisen “schonen” wollen. Ja, es ist ein harter Kampf aus dieser Mutterfalle/Stereotype zu kommen. Ich werde nächstens mein Job wechseIn und wieder Aufstocken. Die Teilzeitfalle ist mir zu anstrengend und frustrieren. In der Schweiz und vielen anderen sehr traditionellen Kulturen herrscht halt das Bild von der Teilzeitmutter, die “nun andere Prioritäten” hat, die nur um am Ball zu bleiben arbeitet, die oft zu Hause bleibt, da das Kind krank ist etc…Wir werden in diesen mommy track Teilzeitjob akzeptiert und eingepfercht aber wehe eine spielt da nicht mit. Ich würde mich gerne mit anderen Betroffenen austauschen.

  22. Avatar von S.C.
    S.C.

    same here. dass man sich in der heutigen zeit noch immer so klar zwischen kind ODER karriere entscheiden muss hatte ich unterschätzt. kaderstatus und führung musste ich abgeben aufgrund des teilzeitpensums und hatte praktisch nur noch assistenzaufgaben erhalten. und es wird einem gesagt man solle gefälligst zufrieden sein, dass man überhaupt noch einen job hat. und das war ein arbeitgeber, der sich familienfreundlichkeit in den medien gross auf die fahne schreibt. hatte dann gekündigt und nach einer langen und mühsamen suche das glück gehabt einen job zu finden, bei dem es für mich besser passt.

  23. Avatar von Andrea
    Andrea

    Nach der Totgeburt meines 1. Kindes wurde mir nach 3 Wochen gesagt, dass ich nach dem Mutterschaftsurlaub nicht mehr kommen muss – ich bekomme die Kündigung!
    Nach der Geburt des 2. Kindes habe ich wieder eine Teilzeitstelle im HR angefangen, war aber ungeplant schwanger gleich bei Arbeitsbeginn. War kein Problem und konnte flexibel 20% – 40% einsteigen. Nach 2.5 Jahren arbeite ich immer noch zu 50% dort, und mir wurde die Führung der HR Abteilung übertragen, HomeOffice auch möglich…toll konnte ich jetzt eine solche positive Erfahrung machen…

    1. Avatar von Tam
      Tam

      Hi Andrea
      Das ist mega-krass, einfach nur schockierend und verletzend. Du hast nach diesem schrecklichen Erlebnis dein Glück gefunden – das freut mich sehr.

      Ich suche leider schon so lange eine TZ-Stelle im HR oder auch alternativ sonst irgendwo im Kaufm. Bereich. Falls du etwas weisst, bin ich froh um eine PM.

      Aber sowieso, alles gute für dich!
      LG

    2. Avatar von Elisa
      Elisa

      Aufgrund von schweren hormonellen Problemen konnte ich während 5 Monaten nur die hälfte meines normalen Pensums arbeiten. Kurz vorher war meine Arbeitskollegin aufgrund von Brustkrebs ausgefallen.
      Beiläufiger Kommentar von meinem Chef „znd drum stellt me kei Fraue i“

      Danke für die gemeinsamen 16 Jahre Chef!

  24. Avatar von Anne
    Anne

    Oh yes, this is my reality in a big Bank in Switzerland. And I learned, that it is not enough to work fast and hard, to deliver projects within budget and time, to have good contacts with my business stakeholder and to lead and create a winning team. This was not enough for my Linemanager and never enough to get the real big projects.
    Now i did an internal job change, and for the moment, I have a big project that I’m leading.
    But I think it only happened because they had no halfway competend male project manager available to lead this project 😉

  25. Avatar von Maureen
    Maureen

    Danke für den Beitrag! Leider bereits mehrfach erlebt, aber wie die Autorin oft nicht als “Sexismus” wahrgenommen. Z.B. wurde mein Angebot auf 80% aufzustocken während eines grossen Projektes abgelehnt. Meine vielen Überstunden am Ende waren dann aber auch ein Problem. Auf die Frage: ob es nicht zu viel sei mit 2 Kindern? Antworte ich immer: Fagst du meinen Mann das gleiche? (Wir teilen uns die Betreuung).
    Wir Mütter können sehr wohl selber einschätzen wie viel wir Leisten können/wollen!
    Meine Söhne haben hoffentlich nie dieses Bild von einer Mutter wenn sie “gross” sind.

  26. Avatar von S.N.
    S.N.

    Mir ist genau das Gleiche passiert. Ich hab auch immer über Feministinnen gelächelt, dachte, Ungleichbehandlung gibt es nicht wirklich, bis ich selbst Mutter wurde.
    Ich darf nicht mal mehr die Arbeiten erledigen, die in meiner Stellenbeschreibung stehen. Und wenn ich das anmerke und neue Projekte übernehmen will, dann heisst es, ich als Teilzeit dürfe nicht immer nur fordern.
    Dabei bin ich durchaus bereit, flexibel zu arbeiten, auch von zuhause aus, an Freitagen, etc. Ich habe auch noch praktisch nie gefehlt wegen den Kindern. Aber das spielt alles keine Rolle.
    Mein Chef sagte auch schon, seine Frau seit halt zuhause geblieben als die Kinder klein waren.
    Ich bin zurzeit extrem frustriert und halte Ausschau nach etwas Neuem. Aber einfach ist das halt auch nicht, wenn man mal alles um seinen Job rum organisiert hat. Dann sind die Hürden hoch und man sagt sich als Mama, Wechseln ist ein zu grosses Risiko und eine zu grosse Belastung für die Familie. Ob ich also wirklich wechsle weiss ich nicht, wahrscheinlich beisse ich mich zu Gunsten der Familie noch ein paar Jahre durch….

    1. Avatar von Andrea Jansen
      Andrea Jansen

      Liebe S.N., es ist ehrlich gesagt schockierend, so etwas zu hören. Hoffentlich kannst du parallel die Augen offen halten und findest bald etwas besseres – das hast Du sicher verdient. Danke für die Offenheit.