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Meditiert! – Warum Meditation wirklich hilft

Trotzanfälle, schlaflose Nächte und kaputte Eier lassen sich durch Meditation nicht wegatmen. Aber besser aushalten, findet Michelle de Oliveira. Ein Plädoyer fürs Innehalten.

Warum Meditation wirklich hilft - mal ehrlich

Als Eso-Tante habe ich mich ja bereits geoutet. Man kann davon halten, was man will. Aber wenn ich etwas wirklich allen ans Herz legen möchte, ist es Meditation. Meditation kann frei von jeglicher Esoterik, Spiritualität und Religion geübt werden. Und das Argument „Ich kann nicht meditieren“ gilt nicht.

Denn – das ist das Schöne daran – jede und jeder kann meditieren. Dafür muss man nicht im Lotussitz unter einem Baum sitzen, wie dies Buddha bei seiner Erleuchtung getan hat. Ein Stuhl und ein ruhiger Moment tun es auch. Im Notfall sogar die Toilette, wenn man dort ausnahmsweise ungestört ist.

Meditation ist das, was mir als neue Zweifachmutter gerade am meisten hilft (neben den grandiosen Menschen, die mir Essen bringen oder das Baby schaukeln, damit ich mal in Ruhe duschen oder eben ungestört auf die Toilette kann).

In der Achtsamkeits-Meditation geht es nicht darum, nichts zu denken.

Das Ziel ist vielmehr, sich der eigenen Gedanken bewusst zu werden, die wie ein Affenzirkus im Kopf herumturnen. Die Emotionen, die blitzschnell auftauchen, zu erkennen – ohne sich von ihnen mitreissen zu lassen oder sich in ihnen zu verlieren.

Ein Beispiel: Mir fällt beim Meditieren als allererstes der Streit mit meinem Mann ein.

Variante 1: Ich erzähle mir selbst zum 37. Mal, warum ich recht hatte, leiere mental alle Argumente erneut herunter und bin emotional sofort wieder auf dem Tiefpunkt.

Oder Variante 2: Ich erkenne, dass der Streit mich verletzt hat, dass ich immer noch wütend bin, und lasse das so stehen, indem ich mich wieder auf den Atem konzentriere. Das gelingt mit Glück einen Atemzug lang, dann argumentiere ich im Kopf weiter. Ich merke, dass meine Gedanken wieder beim Streit sind und bringe meine Aufmerksamkeit erneut auf die Atmung.

Meditation ist harte Arbeit.

Irgendwann gelingt es, zwei Atemzüge lang mit der Aufmerksamkeit beim Schnaufen zu verweilen, bevor ich wieder abschweife. Und so weiter und so fort. Das ist harte Arbeit. Vergleichbar damit, einen Welpen zu erziehen, der ständig davonrennt.

Warum Meditation wirklich hilft

Ich meditiere seit Jahren. Manchmal gelingt es mir innert kürzester Zeit, ruhig zu werden. Und manchmal redet mein Monkey Mind volle dreissig Minuten mit mir. Das ist frustrierend, das gebe ich zu. Aber eines kann ich versprechen: Meditation zahlt sich aus.

Erster Tag mit meinem 2-jährigen Sohn und meiner 3 Wochen alten Tochter alleine, Mittagessen: Die Tochter schreit ununterbrochen, der Sohn ist davon verständlicherweise genervt, kippt seinen vollen Teller auf den Boden, schlägt seinen Kopf absichtlich auf die Tischplatte und beginnt ebenfalls zu heulen. Und ich auch, weil ich komplett überfordert bin.

In der Verzweiflung kommt mir die rettende Idee: Atmen.

Während mir weiter Tränen über das Gesicht laufen, atme ich dreimal tief ein und aus. Erinnere mich an die Ruhe in mir, die irgendwo da ist. Erinnere mich an die einzige Konstante im Leben, nämlich die Vergänglichkeit, und damit auch daran, dass dieser Tag irgendwann zu Ende sein wird.

Die Schnauferei stoppt nicht etwa das Kindergeschrei, verschafft mir aber einen ganz kurzen Moment der Ruhe. Es gelingt mir, die Reaktivität, der wir im Alltag so ausgesetzt sind, einen Augenblick zu stoppen. Und das ist grossartig. Denn nie im Leben werden wir kontrollieren können, wie sich unsere Kinder (oder der Chef, der Partner, das Wetter) verhalten.

Aber wir können – zumindest in der Theorie – jederzeit entscheiden, wie wir darauf reagieren. Weil die Emotionen auch beim Meditieren kommen, lässt sich das dort üben. Zwar nicht in der gleichen Intensität wie im hektischen Alltag. Aber das Prinzip ist das Gleiche.

Und nein, ich bin keine Übermutter, die dank Meditation jeden Trotzanfall und jede schlaflose Nacht lächelnd wegatmet. Es gibt Momente, in denen ich riesige Mom-Fails an den Tag lege, von denen ich mir wünsche, sie wären nie geschehen.

Aber wenn es mir in einer herausfordernden Situation gelingt, einen Moment innezuhalten und bewusster zu reagieren, dann ist das ein wirklich grandioses Gefühl von Freiheit. Und das lässt sich nicht nur beim Elternsein anwenden, sondern auch bei der Arbeit, im Stau, wenn 10 rohe Eier auf den Boden knallen.

Weil mir Meditation so gut tut, räume ich ihr täglich Platz ein.

Sobald einmal beide Kinder schlafen, ignoriere ich Wäscheberge, dreckige Böden und unbezahlte Rechnungen und setze mich als erstes auf mein Meditations-Kissen. First things first!

Warum Meditation wirklich hilft

Denn: Wer meditieren lernen oder vertiefen will, sollte möglichst täglich üben. Dabei kommt es nicht auf die Dauer an. Besser fünf Minuten jeden Tag, als eine Stunde einmal pro Woche. Gerade zu Beginn können geführte Meditationen helfen, bei der Sache zu bleiben.

Ich nutze die App «Insight Timer». Dort findet man unzählige geführte Meditationen zu den unterschiedlichsten Themen (Stress, Schlaflosigkeit, Selbstliebe, Ängste und viele mehr). Die Meditationen können nach Dauer gefiltert werden. Es gibt auch Zwei-Minuten-Mediationen, um zum Beispiel bewusst in den Tag zu starten. Wer gerne nur mit Musik oder in der Stille meditiert, kann die Timer-Funktion nutzen. Ein Grossteil des Angebots ist kostenlos. Mit Abo kann man die App auch offline nutzen.

Wer mehr über die Buddhistische Achtsamkeits-Meditation erfahren möchte, dem kann ich den Vortrag «Garden of the Heart» von Jack Kornfield sehr empfehlen (auch bei «Insight Timer» verfügbar, nur in Englisch). Sehr menschlich, überhaupt nicht abgehoben, dafür lustig.

Also, meditiert!

Bitte, bitte, bitte meditiert!

Und lasst mich gerne wissen, wie es euch damit geht, wovon ihr profitiert, was euch Mühe bereitet, was euch hilft.

Michelle hat bei Any Working Mom auch schon darüber geschrieben, wie schwierig es ist, die “Me-Time” zu geniessen. In «Papa hui, Mama pfui» spricht sie offen über Herzschmerz und Frust, verursacht durch das fremdelnde Kind. Und sie zeigt, wie sie Achtsamkeit im Zusammenleben mit Kindern lebt.

Autorin

Michelle ist freie Journalistin, Textcoach, Yogini, Mutter von zwei Kindern und immer auf der Suche nach Balance – nicht nur auf der Yogamatte. Seit sie mit ihrer Familie an der Atlantikküste Portugals wohnt, ist der Blick aufs Meer ihre liebste Meditation. www.michelledeoliveira.com

Informationen zum Beitrag

Dieser Beitrag erschien erstmals am 20. Januar 2020 bei Any Working Mom, auf www.anyworkingmom.com. Seit März 2024 heissen wir mal ehrlich und sind auf www.mal-ehrlich.ch zu finden.


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