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F**k #blessed: Yoga ist kein Lifestyle, sondern passt in jeden Alltag

Yoga – das sind nicht nur komplizierte Posen auf verlassenen Terrassen, das ist nicht nur #bliss und «Gspürsch-mi». Aylin und Mirjam zeigen simple und praktikable Übungen für den chaotischen Alltag.

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Mirjam Haymann und Aylin Karadayi, Everyday Hero Yoga, Yoga für den Alltag - mal ehrlich

Der Alltag vieler Eltern ist übervoll. Zeit für Bewegung und Raum für sich selbst sind bei vielen Mangelware – obwohl es sie schon gibt, die Sehnsucht danach, etwas für den eigenen Körper zu tun. Wenn wir aber all die Bilder auf den sozialen Medien und in verschiedenen Heftchen sehen, die diese komplizierten Yogaposen auf einsamen Terrassen zeigen, fällt es uns schwer, uns davon inspirieren zu lassen, geschweige denn, uns diese zu eigen zu machen.

Wir, als Gründerinnen von Everyday Hero Yoga, stehen stark dafür ein, dass es eben für alle möglich sein soll, eine bessere Beziehung zum eigenen Körper und somit zu sich selbst zu haben. Damit meinen wir nicht unbedingt, ob wir unsere Beine, unseren Bauch oder unsere Brüste mögen, sondern eben, wie wir zu unserem eigenen Hüftgelenk, dem Atem oder unserem Magen in Beziehung stehen.

Viele denken entweder, Yoga müsse religiös und unter rigiden Umständen, sozusagen vegetarisch und in Hippiehosen praktiziert werden, oder sie fühlen sich durch Hashtags wie #yogaeverydamnday oder #bliss und durch die glänzenden Bilder auf den sozialen Medien abgestossen.

Beides sind Klischees, und wir finden uns weder im einem noch im anderen Narrativ.

Ist es wirklich ein Widerspruch? Der Alltag und die Mystik

Das Vernetzen von mondänen, alltäglichen Dingen und der täglichen Yogapraxis ist unsere Philosophie. Wir lieben das Schöne, trinken Kaffee vor, nach oder auch mal während der Praxis und leben in chaotischen, lustigen und realistischen Umständen. Zugleich schöpfen wir immer wieder endlos viel aus dem Kosmos des uralten Systems, das uns Yoga zu bieten hat.

Aufgewachsen in modernen Haushalten zog es uns beide privat immer wieder zum Mystischen und Philosophischen. Was für uns zuerst eine physische Praxis war, wurde bald auch zur geistigen Bereicherung, da Yoga in der Tat für Körper und Geist zuständig ist. Wir versuchen im wahrsten Sinne des Wortes, Brücken zu schlagen, Mediatoren zu sein zwischen Leben und Matte.

Mirjam Haymann und Aylin Karadayi, Everyday Hero Yoga, Yoga für den Alltag
Foto: Lauretta Suter

Yoga ist nicht nur indisch geprägt sondern lässt sich auch von anderen Kulturen beinflussen, so etwa von der daoistischen Lehre, der auch das Wissen um die chinesische Medizin und die fünf Elemente entspringt. Diese für unser Denken neuartigeren Parameter in unsere Anschauung einzubringen, empfinden wir als wertvolle Neu-Perspektive, gerade um uns auch mal von den herkömmlichen, (vielleicht zu) oft gebrauchten ein wenig zu lösen.

So folgen wir eben nicht Mann/Frau, jung/alt, dick/dünn, sondern zum Beispiel Hitze/Kälte, Feuchtigkeit/Trockenheit, Leichtigkeit/Schwere. In diesem Beitrag nutzen wir die chinesische Lehre der Elemente, die jeweils einen innigen Bezug zu den verschiedenen Organen in unserem Körper haben, und leiten anhand von Leber, Herz, Magen, Lungen und Nieren durch absolut simple und praktikable Übungen, die man am Schreibtisch, auf dem Bett oder in der Küche anwenden kann.

Weniger ist mehr und hier bleiben wir unserem Credo treu:

Jeden Tag ein bisschen Yoga hält die inneren Dämonen im Zaum und gibt uns mehr Raum zum Durchatmen.

Leber – neue Blickwinkel

Bei einem Twist bleibt der untere Teil des Körpers still und stabil, während der obere Teil eine neue Richtung einschlägt und sich entlang der eigenen Achse (Axis Mundi) dreht. Ein neuer Blickwinkel entsteht: auf der Matte und im Kopf.

Die Wirbelsäule erhält eine Rotation, die Muskeln im Rücken sowie die Bauchorgane werden auf neue Weise gedehnt. Manchmal fühlt man sich wie gefangen, etwa in einer Situation, oder sogar in einem Muster; Twists können helfen, sich daran zu erinnern, dass Neues immer in Sicht ist, auch wenn man es am Horizont noch nicht sieht.

Die Leber möchte sich ausdehnen und hat die Aufgabe des Filterns. In der chinesischen Medizin wird der Leber auch Kreativität und Vision beigemessen. Wenn man sich um die eigene Achse dreht, sieht man neue Blickwinkel, erlebt Einsichten und erweitert den Horizont. Dies geschieht nicht mit einem Mal, sondern mit vielen Versuchen und Repetitionen, denn nur so bricht man ein Muster auf.

Herz – das Feuer entfachen

Das Herz ist die Pumpe unseres Körpers. Um unsere Zirkulation anzuregen und um Stagnationen zu lösen, ist es notwendig, auch mal eine schnelle Übung einzubauen. In der chinesischen Medizin ist es die Aufgabe des Herzens, zu singen oder zu lachen. Die Wärme des Feuers gehört zum Element dieses vitalen Organs.

Um das Feuer zu entfachen, müssen wir das Feuer erst einmal zünden: Dies kann durch die Sequenz eines herabschauenden Hundes in eine Planke geschehen, durch ein paar schnellere Sonnengrüsse oder sogar durch einen Handstand gegen die Wand. All dies kann Freude erzeugen und das Herz dazu bringen, höher zu schlagen.

Zu Beginn kann dies vorerst noch Überwindung kosten, vor allem wenn sich der Körper etwas schwer und müde anfühlt. Diese Art der Herausforderung ist aber nicht als weitere Selbstoptimierung und Perfektionierung zu verstehen, sondern vielmehr als eine Einladung, die Dinge wieder mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und sich von Schwere zu befreien.

Magen – Erlebtes verdauen

Der Magen steht für die eigene Mitte, für den guten Boden, das «Ich», die Mutter und das Auge des Sturms. Der Dickdarm, Dünndarm, Pankreas und die Milz sind alle ein grosses Team, das sich der Verdauung widmet. Gemäss der chinesischen Medizin verdauen wir aber nicht nur Nahrung sondern auch Erlebtes, Gedanken und Gefühle. Der Magen wird als Prozessor verstanden.

Alle fruchtbaren Dinge gedeihen auf einem starken und soliden Erdboden. Der Magen ist diese Erde. Anstatt sich also für den eigenen Bauch zu schämen, da er unter Umständen nicht mehr so aussieht wie früher oder gar nie erst so ausgesehen hat, könnten wir ihn auch honorieren, für all das, was er täglich leistet.

Die Stärkung dieser Mitte ist relevant, um sich selbst zu spüren, zu zentrieren und in sich zu ruhen. Diese leichte Rückbeuge dehnt alle Verdauungsorgane und kreiert genügend Platz, damit der Prozess von Verarbeitung in Gang gesetzt werden kann.

Lungen – die Fenster des Hauses

In unserem Alltag verfallen wir eigentlich ständig dem Runden des Rückens, indem wir Dinge heben, am Computer sitzen oder am Handy sind. Dies führt unweigerlich dazu, dass sich die Schulterköpfe nach vorne drehen, die Schlüsselbeine kippen und wir dadurch das Gehäuse für unsere Lungen nicht ausreichend öffnen. Die Lungen wählen die Flucht nach hinten, in Richtung Rücken und wir erleben eine Enge im Brustkorb, atmen schlecht und fühlen uns verkürzt.

In der chinesischen Medizin stehen die Lungen repräsentativ für die Fenster des Hauses, als welches der Körper betrachtet wird. Diese müssen regelmässig geöffnet werden, um das Haus zu lüften. Sobald wir also den strukturellen Rahmen (Schulter-Schulter zu Hüfte-Hüfte) gut öffnen, können unsere Lungen nach vorne kommen und dadurch besser ventilieren. Auf einer physischen Ebene bringt dies im Nu eine bessere Haltung, führt zu einer klareren Atmung und verhindert den Buckel.

Gerade durch das viele Tragen der Kinder und die Einschränkung der eigenen Bedürfnisse zugunsten der Familie, ist es hilfreich sich zu erinnern, dass der eigene innere Platz zum Atmen, zum Gerade-Stehen seine Berechtigung, ja sogar seine Notwendigkeit hat.

Nieren – der Welt den Rücken kehren

Die Vorwärtsbeuge erlaubt uns, den Kopf einfach mal hängen zu lassen und der Welt den Rücken zu kehren. Das In-sich-Kehren setzt das Gleichgewicht für den schnellen, nach aussen-gerichteten Alltag. Sowohl bei der tiefen Vorwärtsbeuge (Uttanasana) als auch bei der stehenden Dehnung der Taille schaffen wir Platz für die Nieren. Das gibt uns Zeit zu reflektieren und lehrt uns in Geduld.

In der chinesischen Medizin stehen die Nieren physisch wie auch metaphorisch für das Gleichgewicht. Das Doppelorgan, das in der Form einem Ohr ähnelt, gilt als Spülanlage des Körpers und ist für die Regulierung des Wasserhaushaltes in uns zuständig. Die Nieren möchten regenerieren und lieben das rauschende Geräusch des im Yoga praktizierten Atems (Ujjayi). Dieser Atem klingt, wenn richtig praktiziert, wie ein Rauschen und ist im Kehlkopf spürbar. So wie das Rauschen des Meeres hat diese Art des ozeanischen Atems etwas besänftigendes fürs System.

Zwiebelprinzip: Jede Yogapose hat verschiedene Wirkungen

Im Yoga gilt, wie beim Ankleiden von Kids in der Übergangszeit, das Zwiebelprinzip. So dient eine Pose zum Beispiel der Stärkung der Bauchmuskulatur, unterstützt gleichzeitig die Verdauung und rückt das eigene Zentrum und Bewusstsein wieder in den Fokus. Es gibt zum einen die äusseren und zum anderen die inneren, subtilen Ebenen einer Übung. Diese Gleichzeitigkeit macht das Yoga sowohl interessant und komplex, erlaubt uns aber auch, frei zu entscheiden, was wir davon nutzen wollen.

Du interessiert Dich nur für das physische Element der Praxis? Kein Problem, das ist bereits genug. Vielleicht möchtest Du aber eine Beziehung zur Atmung aufbauen oder sogar in die psychologische oder neurologische Ebene vorstossen? Yoga ist unendlich vielseitig und kann von allen möglichen Seiten – physisch, mental, emotional – angegangen werden. Alles ist möglich und jede Herangehensweise hat einen Benefit.

Autorin

Everyday Hero ist das gemeinsame Projekt der beiden Freundinnen und Yogalehrerinnen Mirjam Haymann und Aylin Karadayi. Auf ihrer Homepage bieten sie einen Online-Kurs zum Selbststudium zu Hause an – mit vielen aufgenommenen Yogaklassen, Talks zum Hören zur Einführung in die Yogaphilosophie und Meditationen. Daneben gibt es auch Live-Klassen in Zürich. Foto: Lauretta Suter

Informationen zum Beitrag

Dieser Beitrag erschien erstmals am 24. Oktober 2021 bei Any Working Mom, auf www.anyworkingmom.com. Seit März 2024 heissen wir mal ehrlich und sind auf www.mal-ehrlich.ch zu finden.


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